Aus dem Gerichtssaal : Einbrüche deutschlandweit

Anwälte warten zum Prozessauftakt auf die Angeklagten.
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Anwälte warten zum Prozessauftakt auf die Angeklagten.

Wenige Minuten dauerten die Einstiege einer Bande in Lokale, Spielotheken und Läden: Fünf mutmaßliche Täter stehen vor Gericht

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02. Juni 2016, 05:00 Uhr

Fünf mutmaßliche Mitglieder einer deutschlandweit agierenden Einbrecherbande müssen sich seit gestern am Landgericht Frankfurt (Oder) verantworten. Sie waren laut Anklage in Lokale, Spätverkaufsstellen, Backshops, Cafés oder Poststellen eingebrochen, um Bargeld oder Briefmarken zu erbeuten. Damit wollten sie den Ermittlungen zufolge ihren Lebensunterhalt bestreiten. Die 30 bis 39 Jahre alten Männer, die in Berlin leben, sind wegen schweren Bandendiebstahls angeklagt.

Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen 34 Einbrüche mit wechselnder Beteiligung zwischen April 2014 und Oktober 2015 vor - überwiegend in Berlin. In Brandenburg sollen sie dreimal zugeschlagen haben. Zudem werden ihnen Einbrüche in einen Kiosk mit Poststelle in Lüneburg und eine Spielhalle Düsseldorf zur Last gelegt. Die Angeklagten, die jeweils von zwei Rechtsanwälten vertreten werden, haben sich zum Prozessauftakt noch nicht zu den Tatvorwürfen geäußert.

Laut Anklage hatten sich die fünf Männer spätestens im April 2014 mit anderen gewerbsmäßig zusammengetan. Laut Ermittlern fuhren je drei oder vier Täter nachts oder am frühen Morgen mit einem Auto vor, um sich mit brachialer Gewalt Zutritt zu den Geschäftsräumen zu verschaffen. Sie sollen das Inventar rücksichtslos durchsucht und dabei zusätzliche Schäden angerichtet haben. In einigen Fällen erbeuteten sie laut Anklage auf einen Schlag mehr als 15 000 Euro. Einmal hielt sie nicht einmal die schrillende Alarmanlage davon ab, den Einbruchs-Plan in die Tat umzusetzen.

Am ersten Verhandlungstag wurde bekannt, dass die Verteidiger eine psychiatrische Begutachtung der Männer beantragt haben. Demnach sollen vier von ihnen im Tatzeitraum stark drogenabhängig gewesen sein und einer spielsüchtig. Daher seien sie vermindert schuldfähig, argumentierten die Rechtsanwälte. Das soll nun ein Gutachter beurteilen.

Der Prozess wurde anschließend bis zum nächsten Mittwoch unterbrochen. In der Zwischenzeit sollen die Verteidiger Gelegenheit erhalten, die Schöffen-Besetzung zu überprüfen. Drei reguläre Schöffen waren nacheinander ausgefallen, weswegen andere nachrückten.

Für den Prozess sind 14 Verhandlungstage geplant. Die Urteile könnten Ende Juli gesprochen werden.

Jeanette Bederke

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