Der Wirtschaftsminister und der Brandenburg-Slogan : Ein Stückchen Abstand

Der Slogan der neuen Brandenburger Imagekampagne Grafik: Staatskanzlei
Der Slogan der neuen Brandenburger Imagekampagne Grafik: Staatskanzlei

Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) hält sich bei der neuen Imagekampagne der Landesregierung auffallend zurück

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02. März 2018, 05:00 Uhr

Eine Distanzierung sollte es ganz offiziell nicht sein. Doch als sich Brandenburgs Wirtschaftminister Albrecht Gerber (SPD) gestern am Rande der Vorstellung der Tourismuszahlen des Landes zur geplanten Brandenburger Imagekampagne äußerte, die mit ihrem Slogan „Brandenburg. Es kann so einfach sein.“ in den letzten Tagen erhebliche Kritik in Medien und Öffentlichkeit hervorrief, war zwischen den Zeilen spürbar, dass auch der Wirtschaftsminister von den Vorschlägen aus der Staatskanzlei nicht restlos begeistert ist.

„Wir haben eine Diskussion über die Imagekampagne“, sagte Gerber. Das Land brauche Erkennbarkeit und Unterscheidbarkeit. „Der Tourismus hat vorgemacht, wie das geht.“ Denn die Brandenburger Tourismus-Marketing GmbH wirbt schon seit Jahren vor allem auf dem Berliner Markt sehr erfolgreich mit dem Slogan „Brandenburg. Das Weite liegt so nah.“

„Die Imagekampagne des Landes ist noch sehr am Anfang“, erläuterte der Wirtschaftsminister. „Wenn es uns gelingt, damit die Außenwahrnehmung und das Image des Landes zu stärken, kann uns das im Tourismus nur nutzen.“ Doch der sonst um keinen Kommentar verlegene Minister vermied es gestern trotz mehrfacher Nachfrage von Medienvertretern ausdrücklich, sich zu dem veröffentlichten Werbeslogan der Kabinettskampagne zu äußern.

„Die Kampagne steht am Beginn eines Anfangs“, wiederholte Gerber stattdessen. Im Übrigen sei er nicht der Regierungssprecher. „Wir müssen erst einmal gucken, wie sich das Gesamttableau entwickelt.“ Vorher könne er nichts dazu sagen – und betonte auf die Frage eines Journalisten noch einmal, dass er sich mit diesen Äußerungen nicht von der Kampagne distanzieren wolle. Lobende Worte dafür hatte er allerdings auch nicht übrig.

Der Brandenburger CDU-Fraktionschef Ingo Senftleben hat dagegen bereits angekündigt, im Falle einer eventuellen Regierungsbeteiligung der CDU nach den Landtagswahlen im Jahr 2019 die – von dem vom ehemaligen Regierungssprecher Thomas Braune geleitete und vom in der Staatskanzlei angesiedelten Landesmarketing verantwortete – Kampagne überarbeiten zu wollen. „Wir brauchen eine kurze, knackige Botschaft, aber keine, bei der sich jeder fragt, was eigentlich gemeint ist“, sagt Senftleben. „Über den jetzigen Spruch der Landesregierung freut sich doch jeder Kabarettist.“

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