Anwohner-Streit : Ein Problem-Storch nervt ganzes Dorf

Der Storch schreckt auch vor Haustüren nicht zurück.
Der Storch schreckt auch vor Haustüren nicht zurück.

Ein liebestoller Storch geht den Bewohnern des Dorfes Glambeck (Oberhavel) mit Schnabelattacken auf Autos und Fensterscheiben auf die Nerven.

svz.de von
05. Juni 2016, 22:05 Uhr

Ein liebestoller Storch geht den Bewohnern des Dorfes Glambeck (Oberhavel) mit Schnabelattacken auf Autos und Fensterscheiben auf die Nerven. „Wenn morgens um halb sechs der Storch immer wieder ans Schlafzimmerfenster klopft, ist das nicht so nett“, erläutert Glambecks Ortsvorsteherin Hilde Peltzer-Blase. Auch dunkle Autodächer werden Ziel des Tieres, das dicke Kratzer im Lack hinterlässt. Anwohner lassen deshalb keine Fahrzeuge mehr auf der Straße stehen.

Der Grund für die Schnabelattacken: männliche Rivalität. Seit der Ankunft Anfang Mai attackiert der sechsjährige Storch das im Dorf brütende Storchenpärchen und alle anderen vermeintlichen Rivalen, die er in spiegelnden Flächen zu sehen glaubt. „Er ist offensichtlich sehr hormongesteuert“, sagte die Storchenexpertin Nadine Bauer vom Naturschutzbund Deutschland. Normalerweise geben Störche nach einem verlorenen Kampf um das Nest auf und ziehen weiter. „Aber es gibt auch bei Störchen solche und solche Charaktere“, sagt Bauer.

Die Frechheit könnte Erfolg haben: Am Freitag kehrte der angestammte Storch nicht mehr zum Weibchen zurück, stattdessen kam der Nebenbuhler zu Besuch. „Wir hoffen sehr, dass sich die Lage beruhigt, wenn er jetzt seine Vaterrolle ernst nimmt“, sagt Peltzer-Blase.

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