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Schifffahrt : Ein kultiger Dampfer endlich wiederbelebt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Stadtwerke Neuruppin sanieren Fahrgastschiff „Herz As“ / Verein soll künftig der Betreiber sein

svz.de von
erstellt am 06.Feb.2016 | 16:00 Uhr

Das ist eine Überraschung für alle Nos-talgiker: Die „Herz As“, das kleinste und kultigste Fahrgastschiff aus Neuruppin (Ostprignitz-Ruppin), soll in diesem Jahr wieder über den See schippern.

Die Stadtwerke als Eigentümer beabsichtigen, das aus dem Jahr 1926 stammende Schiff wieder ins Bewusstsein der Neuruppiner Bürger zurückzuholen. Seit Ende 2011 liegt der Dampfer auf dem Trockenen. Zunächst war er eine Weile in einem Heizhaus eingelagert. Wiederholt hatte es geheißen, dass die Sanierung des Schiffs zu teuer sei.

Laut Joachim Zindler, dem technischen Geschäftsführer der Stadttochter, konnte die Instandsetzung nun aber doch gestemmt werden. Planken seien erneuert, kaputte Holzabdeckungen ersetzt worden. Das Schiff sei im vergangenen halben Jahr wieder aufgebaut und entrostet worden, berichtet Zindler. „Die Überlegungen, das Schiff wieder zu beleben und auch für die Neuruppiner zu erhalten, sind nie ganz verschwunden“, so der Geschäftsführer. Pläne, das Schiff ganz an ein Museum nach Berlin abzugeben, ließen sich nicht realisieren.

In der regulären Fahrgastschifffahrt eingesetzt werden soll die „Herz As“ aber nicht. Für künftige Nutzungen und den Betrieb gibt es die Idee, einen Verein zu gründen.

Einen Termin, wann der alte Dampfer wieder zu Wasser gelassen werden soll, wollte Zindler noch nicht bekannt geben. Passieren soll das aber noch in diesem Jahr. Nach Informationen dieser Zeitung könnte aber das Mai- und Hafenfest als Auslauf-Termin ins Auge gefasst worden sein.

Viele Neuruppiner kennen die „Herz As“ noch aus der Zeit vor und kurz nach der Wende: Sie gehörte zur Flotte der drei Dampfer gemeinsam mit der „Theodor Fontane“ und der „Karl Friedrich Schinkel“. Außerdem gab es noch die Motoryacht „Ruppin“. Die „Herz As“ ist die einzige, die geblieben ist. Ihre reguläre Anlegestelle befand sich am unteren Ende der Seestraße, dort, wo heute das Seehotel Resort Mark Brandenburg liegt. Kapitäne waren in der langen Dienstzeit des Schiffes unter anderem Martin Schneider und Herbert Böldicke.

Der Kahn gehört, wie auch die Nachfolger der genannten Gefährte in der Neuruppiner Fahrgastschifffahrt, die „Gustav Kühn“ und die „Kronprinz Friedrich“, heute den Stadtwerken. Schon vor einiger Zeit verkauft worden ist die „Alexander Gentz“.

Wie viel Geld in den Umbau geflossen sind, dazu machte Zindler keine Angaben. Im Jahr 2013 hatte es geheißen, für die Sanierung müssten mindestens 100 000 Euro eingeplant werden. „Die Kosten, die damals genannt wurden, waren sicher nicht aus der Luft gegriffen“, so der Geschäftsführer. „Wir haben aber sehr viel in Eigenleistung gestemmt“, fügte er hinzu.

Daniel Dzienian (MOZ)

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