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Brandenburg

17. November 2017 | 22:33 Uhr

Ein durchwachsenes Storchenjahr

vom

svz.de von
erstellt am 15.Aug.2012 | 11:19 Uhr

Rühstädt/Linum | Trotz des feuchten Sommers wurden in Brandenburg in diesem Jahr offenbar weniger Storchenküken ausgebrütet als erwartet. Das sei vermutlich auf das extrem trockene Frühjahr zurückzuführen, sagte der Leiter des Landesamts für Naturschutz, Matthias Freude. In den Sommermonaten habe es eigentlich genug Futter für besonders viele Jungvögel geben müssen. Mittlerweile rechne Freude jedoch mit einem "Normaljahr". Eine genaue Tendenz lasse sich zu diesem Zeitpunkt allerdings noch nicht feststellen.

In den einzelnen Regionen Brandenburgs verlief die Brutzeit sehr unterschiedlich. So seien in der Uckermark deutlich mehr Jungvögel flügge geworden als in den Jahren zuvor, sagte Freude. 64 Brutpaare hätten insgesamt 122 Jungstörche ausgebrütet. "Das ist Storchenrekord für die Uckermark". Auch in Rühstädt (Landkreis Prignitz) konnten sich Storchenfans freuen. Dort haben 24 Paare 54 Junge ausgebrütet. Dies entspricht einem Schnitt von etwa 2,25 Jungen pro Brutpaar. "Für eine stabile Population sind zwei Junge pro Horst nötig", sagte der Landeskoordinator des Naturschutzbundes Brandenburg (NABU), Bernd Ludwig.

Dementsprechend zufrieden ist die Leiterin der NABU-Weißstorchenausstellung in Rühstädt, Kathleen Awe. Sie gab jedoch zu bedenken: "Hier ausgebrütete Jungstörche kommen nicht alle wieder zu uns zurück." Bei etwa zwei Dritteln der ankommenden Vögel könne man den Brutplatz nicht zuordnen. Ob im nächsten Jahr noch mehr Störche kommen werden als in diesem, lasse sich daher nicht anhand der geschlüpften Jungstörche abschätzen.

Etwas enttäuscht ist hingegen Marion Szindlowski, die Leiterin der NABU-Storchenschmiede in Linum (Landkreis Ostprignitz-Ruppin). Dort seien von 10 Brutpaaren bloß 15 Junge ausgebrütet wurden. "Das sind 1,5 Junge pro Horst und damit zu wenig, um den Fortbestand der Population zu gewährleisten", sagte sie. Die ersten Störche landen in Brandenburg stets im März. "Dabei handelt es sich um sogenannte Westzieher", erläuterte Matthias Freude. So werden die Störche genannt, die von Afrika die westliche Route nach Brandenburg nehmen. Drei bis vier Wochen später kommen dann in weit höherer Anzahl auch die "Ostzieher" an, die von Ostafrika über Syrien, die Türkei und Osteuropa fliegen.

Nachdem die Störche den Sommer über ihre Nachkommen ausgebrütet haben, ziehen sie in den nächsten Wochen zum Überwintern wieder in wärmere Gegenden, wie Freude sagte. Die letzten Vögel verlassen Brandenburg im September.

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