Ein bisschen Filmkulisse

Sozialarbeiterin Kathrin Grahm, Leony, Quentin und Artem sitzen auf Stühlen und Stoffhockern, die einst zu den Requisiten im Film 'Fack ju Göhte 3' gehörten.
Sozialarbeiterin Kathrin Grahm, Leony, Quentin und Artem sitzen auf Stühlen und Stoffhockern, die einst zu den Requisiten im Film "Fack ju Göhte 3" gehörten.

Eine Grundschule aus Neuhardenberg bekommt Requisiten aus dem erfolgreichen Kinofilm „Fack ju Göhte“

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17. Januar 2018, 05:00 Uhr

Die dritte Auflage des Kinofilms „Fack ju Göhte“ ist wie die Vorgänger ein Kassenschlager geworden. Regisseur und Drehbuchautor Bora Dagtekin erzählt die Geschichte um Zeki Müller  – einen Lehrer wider Willen. Die Requisiten wurden jetzt bundesweit an fünf Schulen verschenkt. Mit dabei ist Neuhardenberg (Märkisch-Oderland).

Mit den Charakteren des Films – überspitzt dargestellte, demotivierte und leicht dümmliche Teenager – haben die Neuhardenberger Grundschüler wenig gemein. Erstens sind sie viel jünger und zudem nicht so frech wie die Blondine Chantal oder der frustrierte Danger. Diese werden in der Geschichte von ihrem Lehrer Müller gechipt, wie es für Haustiere üblich ist, um sie jederzeit orten und damit ihr Lernverhalten kontrollieren zu können. Dagegen sind die Neuhardenberger handzahm.

Vielleicht hatte auch dieser Umstand Sozialarbeiterin Kathrin Grahm 2017 dazu bewegt, sich für die Schule an einer Ausschreibung zu beteiligen. Ende des Jahres kam die Meldung: Möbel-Paket Nummer 3 geht nach Neuhardenberg. Darin enthalten sind zwei Sitzwürfel, drei Sitzpolster, eine Trennwand, zwei Luftpolsterstühle und eine freistehende Vitrine. „Dafür habe ich einfach geschrieben, wofür wir die Möbel gerne nutzen würden“, sagt  Grahm bescheiden.

Während die Vitrine im Foyer der Schule Pokale und Kunst von Schülern zeigt, sind die Möbel in einem Extra-Raum im Erdgeschoss untergekommen. Lange hatten die Sozialarbeiter gemeinsam mit den Schülern über einen neuen Aufenthaltsraum nachgedacht.

„Viele Kinder sind morgens früher hier oder müssen nach Unterrichtsschluss länger auf ihren Bus warten“, erklärt Mandy Diede vom Kinderring Neuhardenberg. Noch sieht der Raum etwas unbelebt aus, das soll sich aber schnell ändern. Ausgelagerte Tische werden von Schülern bunt bemalt, auch die Wände sollen noch Farbe bekommen. Bücher, Bastelmaterial und Spiele gibt es bereits. Da passt das Mobiliar der Schul-Komödie gut hinein.

„Manchmal sind wir auch ein bisschen wie die Jugendlichen im Film“, gesteht die zehnjährige Leony. „Einmal wollten wir auf einer Klassenfahrt auch was ganz anderes machen, als die Lehrer uns gesagt haben“, bestätigt der zwölfjährige Quentin. Aber ganz so frech seien sie doch nicht, auch wenn sie sich mit den Erwachsenen nicht immer einig sind. „Der Film ist jedenfalls wirklich lustig“, findet Artem, seine Mitschüler stimmen ihm zu. Die drei machen es sich auf den grau-gelb gepolsterten Sitzgelegenheiten bequem.

Die geschenkten Möbel wurden von der project Schul- und Objekteinrichtungen GmbH hergestellt, die sich mit ihrem Konzept „Schule im Wandel“ einem Stil verschrieben hat, der das Lernumfeld bunter gestalten soll, da es zeitgleich Lebensumfeld von Schülern und Lehrern ist. Den Machern von „Fack ju Göhte“ sei das Design aufgefallen und die Möbelfirma wurde gebeten, Teile des Sets zu gestalten, heißt es auf der Homepage des Unternehmens, das auf diese Art gut für seine Produkte und gleichzeitig für den Film werben konnte.

Den Neuhardenberger Grundschülern ist das egal. Sie freuen sich über neue Möbel, auf denen schon Schauspieler wie Jella Haase (Chantal Ackermann), Max von der Groeben (Daniel „Danger“ Becker) und Zeky Müller (Elyas M’Barek) gesessen haben, Farbspritzer inklusive. Filmkenner mögen sich zum Beispiel an eine Szene erinnern, in der Danger vor Wut mit Farbe um sich wirft und dadurch von Talent-Scouts für ein Genie der bildenden Kunst gehalten wird. Wie passend für einen Raum, in dem die Kinder und Jugendlichen aus Neuhardenberg kreativ sein dürfen.

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