Hobbyschatzsucher : Ehrenamtler auf der Spur von Dieben

Der Münzschatz von Altlandsberg wurde von Archäologen bei Bauarbeiten im ehemaligen Schlossviertel der Stadt gefunden. Nicht alles, was in Brandenburgs Erde an Kulturgütern schlummert, findet den Weg zu den Landesbehörden. Wer solche Funde zu Geld machen will, macht sich der Hehlerei schuldig.
Der Münzschatz von Altlandsberg wurde von Archäologen bei Bauarbeiten im ehemaligen Schlossviertel der Stadt gefunden. Nicht alles, was in Brandenburgs Erde an Kulturgütern schlummert, findet den Weg zu den Landesbehörden. Wer solche Funde zu Geld machen will, macht sich der Hehlerei schuldig.

Hobbyarchäologen helfen Behörden bei Ermittlung von Hehlerei mit Grabgut

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17. Dezember 2017, 21:00 Uhr

Zahlreiche Ehrenamtler unterstützen die Polizei, den Zoll und das Landesamt für Denkmalschutz bei der Überführung illegaler „Schatzsucher“. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Das Suchen nach Bodendenkmalen und Funden ist genehmigungspflichtig, wir sind die Genehmigungsbehörde“, so der Sprecher des Landesamtes, Christof Krauskopf.

Wer ohne diese Genehmigung suche, tue das illegal. Das im Denkmalschutzgesetz festgehaltene „Schatzregal“ besage zudem, dass archäologische Funde dem Land gehörten und in der Sammlung des Landesamtes für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums aufzubewahren seien.„Das gilt für alle Flächen, auch auf Privatgrundstücken“, erklärte Thomas Kersting von der Bodendenkmalpflege in Wünsdorf bei Zossen (Teltow-Fläming). Wer sich ordnungsgemäß anmelde, gehöre automatisch zu den rund 200 ehrenamtlichen Helfern der Behörde. Diese erhielten vorab eine Schulung. Etwa 60 von ihnen seien auch mit Metalldetektoren unterwegs. „Die Archäologie ist seit jeher eine Liebhaberwissenschaft“, sagte Kersting. Da sei es nur natürlich, dass auch Hobbyarchäologen aktiv würden.

Allerdings gibt es auch Menschen, die unwissentlich Funde im Keller lagern oder bewusst veräußern würden. Hin und wieder hätten illegale Sucher oder Hehler versucht, auf Onlineplattformen wie Ebay archäologische Funde zu verkaufen, so Krauskopf. Seitdem sich der Archäologenverband aber an Ebay gewandt habe, würden dort keine, als archäologische Funde erkennbare Objekte mehr angeboten. „Leider suchen sich Illegale andere Kanäle, um Sachen zu verkaufen“, fügte der Sprecher hinzu. Allerdings sind auch hier die Ehrenamtlichen mit offenen Augen unterwegs, wie Kersting berichtet. Bis zu zehn fälle meldeten diese pro Jahr der Polizei.

Kersting moniert, dass die wenigen überführten illegalen Schatzsucher und Hehler kaum zur Verantwortung gezogen würden. „Das Graben ist lediglich eine Ordnungswidrigkeit, Hehlerei schon eine Straftat“, sagte er. Allerdings habe die Verurteilung solcher Fälle wohl nicht „oberste Priorität“ bei den Staatsanwaltschaften.

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