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Firmenerweiterung : Dragon-Trommel eingeschwebt

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Spektakuläres Kran-Manöver für tonnenschweres Anlagenteil der neuen Papiermaschine von Leipa.

svz.de von
erstellt am 25.Aug.2017 | 05:00 Uhr

Auf der Baustelle der neuen Papiermaschine
von Leipa ist eine 167 Tonnen schwere Trommel zur Aufbereitung von Altpapier eingeschwebt. In Millimeterarbeit musste ein Kran den 32-Meter-Riesen in eine offene Halle einfädeln. Starker Regen am Montag verzögerte das Manöver.

„Dragon“ hat die Leipa Georg Leinfelder GmbH ihr Projekt zum Umbau der bestehenden Papiermaschine 11 zur neuen Papiermaschine 5 genannt. Wie ein Drache schwebte am Dienstag auch eines der größten Einzelteile für die neuen Anlagen auf der Baustelle ein. Der „Drache“ aus China ist eine große Trommel, in der später Altpapier vor der Verarbeitung zu hochwertigem Verpackungskarton gereinigt wird. Er ist mit fünf Meter Durchmesser und 32 Meter Länge so groß, dass er erst am Kranhaken an seinen Bestimmungsort gehoben werden musste, bevor die neue Fabrikhalle der Stoffaufbereitung zu Ende gebaut werden kann.

Chinesische Schriftzeichen auf der Plane über der Trommel kündeten von der Herkunft der Lieferung aus Fernost. Kapitän Karl-Heinz Krüger aus Zehdenick hatte die Bestellung dann mit seinem Schiff „Keisar“ von Hamburg über den Elbe Mittelland- und Havel-Oder-Kanal samt Schiffshebewerk in Niederfinow nach Schwedt an die Kaikante der Papierfabrik geschippert. Für die letzten 200 Meter zum Hallenneubau wurde die Last an den Haken eines 600-Tonnen-Raupenkrans angeschlagen. Im Schneckentempo ging es dann an Zäunen, Behältern in der Vormontage, Lichtmasten und UPM-Hallen vorbei zur Baustelle.

Wie es sich für einen widerspenstigen Drachen gehört, machte das schwebende Ungetüm am Kranhaken es den Männern, die ihn zu bändigen versuchten, nicht leicht. Am Montag musste das Manöver nach einigem Hin- und Her und mehreren Starkregen kurz vor der Dämmerung aus Sicherheitsgründen abgebrochen werden. Die Verantwortlichen vom Maschinen- und Anlagenbauer Voith aus Baden-Württemberg entschieden, das komplizierte Manöver am nächsten Tag fortzusetzen. Ausgeruht und mit neuem Tatendrang bändigte die „Drachentöter“-Crew unter Leitung von Thomas Gardum und Einweiser Frank Strempel den fliegenden Riesen aber im zweiten Versuch.

In Millimeterarbeit musste der Koloss gedreht, geschwenkt und in die richtige Position gezogen werden. Zwischen zwei Betonständern vorbei schwebte der Drache in die offene Halle ein. Die Lücke war für den dicken Flieger am Haken teilweise so eng, dass er ein paar Mal den Betonpfeiler touchierte und in die Verkleidung einer benachbarten Halle stieß. Augenscheinlich aber ohne große Schäden. Punkt 11 Uhr saß das stählerne Objekt dann auf den vorbereiteten Lagerrollen.

Leipa-Geschäftsführer Peter Probst verfolgte das spannende Manöver vom Dach der nahegelegenen Deinking-Anlage. „Geht bei der Lieferung und Montage der Trommel etwas schief, wäre das eine Katastrophe. Sie finden so schnell niemanden, der ihnen solche Spezialanfertigungen einfach mal so in kürzester Zeit nachliefern kann“, erklärte der Geschäftsführer. Allein die Trommel, an die vor Ort noch eine kleinere Siebtrommel angeschweißt wird, kostet rund fünf Millionen Euro. Sie ist das Herzstück der Stoffaufbereitung für die neue PM 5 von Leipa, die zum Ende des Jahres anlaufen soll. 

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