Hochschule Eberswalde : Die Welt im Kleinen retten

Grüne Hochschule: Der neue Hörsaal besteht komplett aus Fichtenholz.
Grüne Hochschule: Der neue Hörsaal besteht komplett aus Fichtenholz.

Aufzuzeigen, wie man mit begrenzten finanziellen Mitteln sinnvoll wirtschaften kann, ist ein Anliegen der Hochschule Eberswalde.

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20. Februar 2018, 05:00 Uhr

Landwirte klagen über die Wildschweinplage, fördern diese aber mit (Gen-) Maisfeldern. Wälder werden von Privateigentümern mit immer größeren Maschinen profitorientiert durchforstet und verlieren so ihre ökologische und Erholungsfunktion. Und schließlich geben wir uns als Verbraucher zwar umweltbewusst, müllen die Natur aber mit den Kapseln für die Kaffee-Automaten und Plastikverpackungen für Kleinmengen Wurst oder Käse voll.

„Oft fragt man sich, in welche Richtung die Entwicklung geht, wenn auch noch die neue Bundesregierung die Erfüllung der Klimaziele in die Zukunft verschiebt“, sagt Professor Alexander Pfriem. Der 40-Jährige ist Vizepräsident für Forschung und Technologietransfer der Hochschule für nachhaltige Entwicklung in Eberswalde, die sich seit 2009 als grünste deutsche Hochschule bezeichnen darf.

„Die Welt retten können wir mit unseren 2100 Studenten und rund 250 Mitarbeitern auch nicht“, räumt Pfriem ein. „Doch wir freuen uns über jeden Partner aus der Praxis, der am ökologischen Wirtschaften und Handeln interessiert ist. Denn gemeinsam mit ihnen können wir Wege entwickeln.“

In der jüngsten Vergangenheit sei es gelungen, ökologische Netzwerke mit Unternehmen und politischen Entscheidern aus Brandenburg zu knüpfen. Gelungen sei dies etwa über Studiengänge für Regionalmangement, nachhaltige Unternehmensführung und kommunale Wirtschaft. „Diese Drähte sind manchmal noch zu dünn, um etwa zu beeinflussen, an wen große Ackerflächen in der Uckermark verkauft werden. Aber wir tun einiges dafür, dass sie dicker werden und werden darin von der Landesregierung unterstützt“, sagt Pfriem. Denn die Politik fordere von der Hochschule wiederum, dass von ihren wissenschaftlichen Erkenntnissen mehr in der Praxis genutzt werden.

Um dieser Anforderung gerecht zu werden, hat die Hochschule neben ihren beiden bisherigen Forschungsschwerpunkten für „Nachhaltige Entwicklung des ländlichen Raums“ und „Nachhaltige Produktion und Nutzung von Naturstoffen“ einen dritten mit dem Thema „Nachhaltiges Management begrenzter Ressourcen“ entwickelt. Der Antrag dazu wurde kürzlich von der Hochschulrektorenkonferenz des Bundes bestätigt, was es den Eberswalder Wissenschaftlern erleichtert, Drittmittel von Partnern für diese Vorhaben zu gewinnen.

Einfach formuliert, gehe es um Antworten auf die Fragen „Wie ist es möglich, mit begrenzten finanziellen Mitteln sinnvoll zu wirtschaften“ und „Wie kann man das Engagement der Menschen vor Ort befördern, um tragfähige Lösungen für Unternehmen und Regionen zu fördern?“ So erläutert der Leiter des Studiengangs Regionalmanagement, Professor Alexander Conrad, das Anliegen. „Wie schon mit den bisherigen Studien-, Praktikums- und Forschungsangeboten werden wir auch mit diesem Anliegen auf Unternehmen und Institutionen zugehen“, verspricht Alexander Pfriem.


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