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Adebare sind noch in Afrika : Die Störche genießen noch südliche Sonne

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Statt bei Minusgraden zu bibbern, bleiben sie in südlichen Gefilden – die Reiselust wächst aber allmählich

svz.de von
erstellt am 09.Feb.2017 | 05:00 Uhr

Storchenfreunde in Brandenburg müssen sich gedulden: Meister Adebar macht sich noch mindestens bis Ende März/Anfang April rar. „Die Vögel genießen derzeit hochsommerliche Temperaturen in Afrika oder Südspanien“, sagte Bernd Elsner, Geschäftsführer des Regionalverbandes Calau und des Storchen-Informationszentrums Vetschau (Oberspreewald-Lausitz) des Naturschutzbundes (Nabu), auf Anfrage. Das Mittelmeer habe noch keiner überquert.

Seit 2009 erhielten vom Nabu Deutschland etwa ein gutes Dutzend Störche kleine Sender, um sie zu beobachten. „Wir erwarten detaillierte Informationen über den Zug der Vögel, Reiserouten oder warum sie mal früher oder später aus den Überwinterungsgebieten in Afrika oder Spanien zurückkehren“, erklärte der Nabu-Storchenexperte Kai-Michael Thomsen. In einem Blog berichtet er über die Reisestationen der Vögel.

Danach wächst offensichtlich etwa bei Storch „Michael“ langsam die Reiselust. Vor wenigen Tagen zog er vom Rande des Tschadsees weiter nach Südosten um. Unklar sei, ob er sich nur eine neue Nahrungsquelle sucht oder schon mal für den Heimflug übt, bemerkte Thomsen. Storch „Gustav“ wiederum meldet sich derzeit aus dem Sudan, gut 130 Kilometer westlich des Weißen Nil. Zum Ende des alten Jahres war er dorthin aufgebrochen.

In der Regel machen sich die Störche erst in einigen Wochen auf die tausende Kilometer lange Reise in den Norden. In den vergangenen beiden Jahren erreichten etwa 6000 Storchenpaare Deutschland.

Aufgrund des Klimawandels überwintern auch immer wieder einige hier.

Vor allem wenn sie genug Futter finden, sparen sie sich die Mühe für den weiten Flug nach Afrika.

Üblicherweise in Brandenburg brütende Exemplare sind nicht unter den Störchen, die per Sender beobachtet werden. „Doch deren Informationen geben uns Anhaltspunkte, wann unsere Tiere kommen“, sagte Bernd Elsner vom Vetschauer Informationszentrum. Im Spreewald gibt es etwa 150 Horste; rund 100 Paare nisten dort pro Saison und ziehen ihren Nachwuchs auf.

 

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