Auf Ruppiner See im Einsatz : Die Rückkehr der Herz As

Noch liegt die Herz As aufgebockt auf einem Anhänger in der Bootswerft von Uwe Kreideweiß in Alt Ruppin. Im Mai soll sie wieder flott sein.
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Noch liegt die Herz As aufgebockt auf einem Anhänger in der Bootswerft von Uwe Kreideweiß in Alt Ruppin. Im Mai soll sie wieder flott sein.

Neuruppiner Traditionsschiff wurde generalüberholt. Erster Einsatz beim Mai-und Hafenfest.

svz.de von
06. April 2017, 18:16 Uhr

Drei Jahre lang war sie nicht auf dem Wasser: Die Herz As. Bald nun soll sie wieder auf dem Ruppiner See unterwegs sein. Rund ein Jahr hat die liebevolle Aufarbeitung des Schiffs gedauert.

Ein Geruch nach frischer Farbe liegt in der Luft. Auf das Deck der Herz As geht es aktuell nur über eine Leiter. Eng ist es da oben, denn auf dem Schiff wird noch fleißig gearbeitet.

Vor drei Jahren hatten die Stadtwerke Neuruppin (SWN), Eigner der Herz As, das Schiff vom Ruppiner See genommen. „Im ersten Jahr haben wir viele Anrufe von Neuruppinern bekommen“, erzählt Joachim Zindler, technischer Geschäftsführer. Seit einem Jahr liegt das Schiff nun in der Bootswerft von Uwe Kreideweiß in Alt Ruppin. Kreideweiß und sein Team haben die Herz As liebevoll restauriert. Mitarbeiter der Stadtwerke kümmern sich um die Technik auf dem Mini-Dampfer. „Es ist viel Eigenleistung dabei“, erzählt Thoralf Uebach, der den kaufmännischen Bereich der SWN leitet.

Mehr als 90 Jahre hat das kleine Schiff schon auf dem Buckel: Gebaut wurde es im Jahr 1926. Seither wurde immer wieder etwas daran umgebaut und verändert, sodass vom Originalzustand letztlich nicht mehr viel übrig und der Schwerpunkt völlig verschoben war. „Wir haben lange überlegt, ob wir den alten Zustand wieder herstellen“, erzählt Joachim Zindler. Das zu tun, hat sich gelohnt. Der SWN-Chef ist euphorisch: „Jetzt ist es wieder ein Schiff, jetzt kann man wieder seinen Charme sehen.“ Der stählerne, genietete Schiffsrumpf wurde sandgestrahlt und in Weiß und Schwarz gestrichen. Das Dach erstrahlt in sattem Dunkelgrün. Rund 250 Liter Zweikomponentenlack wurden dafür verbraucht. Eine neue Maschine hat die 13,90 Meter lange und rund drei Meter breite Herz As ebenfalls bekommen.

Auch im Innenraum hat sich einiges getan: So können die Fahrgäste künftig auf stilechten Holzbänken sitzen statt wie zuletzt auf Kunststoffschalen. Auf anwändigsten war jedoch laut Bootsbauer Uwe Kreideweiß die Holzverkleidung an der Decke. Für die Spaten, also die „Rippen“ kam Eichenholz zum Einsatz. Die Planken und Bänke sind aus Nadelholz gefertigt. Die kleine Toilettenkabine haben die Techniker der Stadtwerke mit moderner Keramik ausgestattet. Auf rund zehn Tonnen schätzt Uwe Kreideweiß das Gewicht des überholten Schiffs.

Bei der Instandsetzung hat sich das Team am Originalzustand orientiert. Die größte Herausforderung war laut den Stadtwerke-Chefs, Bilder vom ursprünglichen Zustand des Schiffleins zu bekommen. Letztlich waren Fotos und ähnliche Schiffe die Vorlage für den Umbau.

Interessenten gab es für die Herz As genug. „Diese Größe ist sehr beliebt“, so Joachim Zindler. Ein Verkauf kam für das städtische Unternehmen aber nicht in Frage. „Es ist ein Stück Neuruppin“, so Zindler. „Das wollten wir erhalten.“ Eine Menge Liebe sei in das Projekt geflossen. Künftig soll die Herz As aber nicht unbedingt als Fahrgastschiff unterwegs sein. Der Plan ist vielmehr, einen Verein zu gründen, der sich um den Erhalt kümmert. Die Frischzellenkur für das Museumsstück neigt sich nun dem Ende entgegen. Endlich wieder in See stechen soll die Herz As zum Neuruppiner Mai- und Hafenfest, das vom 5. bis 7. Mai stattfindet. Alle Beteiligten sind zuversichtlich, dass das klappt. „Wir freuen uns auf die Reaktionen, wenn‘s wieder schwimmt“, so Thoralf Uebach über das Schiff.

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