Luther-Jahr 2017 : Die Reformation änderte den Alltag

Die St. Marienkirche in Frankfurt Oder (Brandenburg) wird im Reformationsjahr zum Ausstellungsort.
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Die St. Marienkirche in Frankfurt Oder (Brandenburg) wird im Reformationsjahr zum Ausstellungsort.

Die Landesregierung gibt ersten Ausblick auf das Luther-Jahr 2017

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22. März 2016, 05:00 Uhr

Seit Monaten wird hinter den Kulissen am Luther-Jahr 2017 gewerkelt. Nun gab Kulturministerin Martina Münch (SPD) im Landtag erstmals einen Überblick zu den geplanten Aktivitäten zum 500. Jahrestag der Reformation. Unter dem Titel „Reformation vor Ort – Luther und die Folgen für Brandenburg“ gehe es im Kulturlandjahr Brandenburg darum, „nicht nur geschichtlich bedeutende Orte wie Jüterbog in den Blick zu nehmen, sondern auch sehr heutige Zugänge zu finden“, so die Ministerin.

Der Jüterboger Ablassprediger Johann Tetzel soll Martin Luther den Anstoß zu seinen Reformthesen gegeben haben. Die 13 000-Einwohner-Stadt in Teltow-Fläming ist mit Mühlberg (Elbe-Elster), wo die Reformation 1547 mit der Niederlage der Protestanten im Schmalkaldischen Krieg vorerst ihr Ende fand, ein zentraler Ort im Luther-Jahr.

Zum eigens für das Jubiläum gegründeten Städteverbund gehören auch die Südbrandenburger Kommunen Doberlug-Kirchhain, Herzberg, Treuenbrietzen, Uebigau, Bad Liebenwerda und Brück. Partnerstädte sind Torgau und Wittenberg in Sachsen-Anhalt. „Der Verbund will die Geschichte der Städte im Zusammenhang mit der Reformation aufarbeiten und auf dieser Basis neue kulturelle und touristische Angebote erarbeiten“, erklärte Münch.

Darüber hinaus werde es viele Ausstellungen im Land geben. Die Ministerin nannte eine Schau im Potsdamer Haus der Brandenburgisch-Preußischen Geschichte, die der Sprengkraft der reformatorischen Glaubensinhalte nachgehen werde, sowie die Ausstellung „Bürger – Pfarrer – Professoren“ in der Frankfurter Marienkirche. Sie werde daran erinnern, dass die Stadt mit ihrer Universität zuerst eine Art „Anti-Wittenberg“ darstellte, bis sie, getragen von der selbstbewussten Bürgerschaft, ab 1539 zu einem zentralen Ort der Reformation wurde.

Auch in Prenzlau, Bernau, Lehnin und Brandenburg/Havel sind ab Frühjahr 2017 größere Ausstellungen geplant.

Wer nicht so lange warten will, kann sich bereits am 2. und 3. Juli dieses Jahres auf die Luther-Festivitäten einstimmen. Das Literaturfestival Potsdam gastiert an diesem Wochenende unter dem Motto „Wo das Wort ist, dort ist das Paradies“ im Lehniner Rochow-Museum. Konzerte und Lesungen zum Thema Bildung und Reformation wird es dort geben.

Es ist eines von 24 Luther-Projekten deutschlandweit, die von der Bundesregierung im Vorfeld des großen Jubiläums finanziell unterstützt werden. Übrigens: Der Reformationstag 31. Oktober ist 2017 ausnahmsweise bundesweit ein Feiertag.

Für die Kollegen des Kulturausschusses regte Martina Münch zur Einstimmung auf das Luther-Jahr einen gemeinsamen Besuch des neuen Mühlberger Reformationsmuseums an. „Die Besucherzahlen entwickeln sich sehr positiv. Es wäre schön, wenn wir uns als Abgeordnete dort zeigen“, sagte sie.

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