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Brandenburg

20. November 2017 | 10:49 Uhr

Die Prignitz hat ihren ersten Wolf

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Leser fotografiert ein einzelnes Tier / Experten bestätigen die Sichtung

von
erstellt am 20.Apr.2016 | 08:00 Uhr

Bisher gab es Gerüchte oder Verwechslungen mit anderen Tieren, doch jetzt ist es amtlich: Die Prignitz hat ihren ersten Wolf. Über unsere Facebookseite schickte uns Timo Haase ein Foto, auf dem ein Wolf zu sehen ist. Es ist die erste offiziell bestätigte Sichtung im Landkreis in der Nähe von Laaslich.

Um ganz sicher zu gehen, zeigten wir das Foto Experten vom Landesamt für Umwelt. Mittlerweile bestätigten sie, dass es sich bei dem abgebildeten Tier um einen Wolf handelt. Und das ist auch für die Experten eine kleine Sensation, denn auf den von der Potsdamer Behörde relativ aktuell gepflegten Verbreitungskarten ist die Prignitz, was Wölfe angeht, bisher ein weißer Fleck. Das könnte sich vielleicht nun ändern.

„Ein territoriales Vorkommen ist uns in der Prignitz noch nicht bekannt. Im Moment gehen wir daher auch von einem Einzeltier aus“, sagt Thomas Frey, Sprecher des Landesamtes.

Ob Timo Haase einen wandernden oder bereits örtlich etablierten, aber unbekannten Wolf vor der Kamera hatte, müssten weitere Sichtungen ergeben. Jedenfalls müsse man zunächst von einem durchwandernden Tier ausgehen.

Es sei nicht unüblich, dass Wölfe auf ihren Routen auch über Weideflächen ziehen und auch die von Timo Haase geschilderte Schutzreaktion der Kühe entspräche dem zu erwartenden Verhaltensspektrum in einer Herde, sagt Thomas Frey. Als Durchzugsgebiet für Wölfe ist die Prignitz bekannt, 2008 hatte es auch mal einen Riss gegeben.

Im Süden und Osten von Brandenburg sind Wölfe längst keine Seltenheit mehr. Wie viele Wölfe es in Brandenburg gibt, weiß niemand. Die Landesregierung nennt seit Jahren 100. Robert Franck, Wolfsbeauftragter beim Landesjagdverband, rechnet mit 120 plus Dunkelziffer. „Man kann sie nicht zählen“, sagt er. Dass in diesem Jahr schon vier Wölfe auf Brandenburgs Straßen starben, sei nicht zwangsläufig ein Indiz für steigende Bestände, so Franck.

Wolfskritiker hingegen warnen. „Wir brauchen eine Obergrenze“, sagt Gregor Beyer, Geschäftsführer des „Forum Natur Brandenburg“, das Landnutzer vertritt. Beyer weiß auch, wie Einhalt geboten werden kann. In Finnland gelte eine Obergrenze von 220 Tieren. Dann würden Abschusslizenzen vergeben. Dem gegenüber steht der hohe Schutzstatus des Wolfes.

 
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