Die Märker spenden immer weniger Blut

Stabile Lage trotz rückläufiger Spendenzahlen – Woran liegt das?

svz.de von
29. Mai 2017, 05:00 Uhr

Die Blutspendedienste in Brandenburg klagen über weniger Blutspenden. Wie zum Beispiel der private Blutspendedienst Haema informiert, spenden nur etwa drei bis fünf Prozent der geeigneten Bevölkerung im Land Blut oder Blutbestandteile. „Ganz allgemein kann man von einem Rückgang der Spendenzahlen sprechen“, sagt Haema-Sprecherin Marion Junghans. Schuld daran sei auch der demografische Wandel - weniger junge Spender kommen auf mehr ältere Empfänger.

In den drei Haema-Blutspendezentren Brandenburg (Havel) Frankfurt/Oder und Potsdam sowie an 14 mobilen Standorten kamen 2016 gut 66 000 Spenden zusammen, darunter 50 000 Plasmaspenden. Bis zu 30 000 Brandenburger hätten dort gespendet, zudem nutzten viele die sechs Blutspendezentren in Berlin.

Rund 100 000 Spenden hat Brandenburgs größter Blutspendedienst, das Deutsche Rote Kreuz (DRK), 2016 erhalten. Auch das DRK verzeichnet rückläufige Spendenzahlen, sagt Sprecherin Kerstin Schweiger. „Die Versorgungslage mit lebensnotwendigen Blutpräparaten ist aber stabil.“ In Ferienzeiten und Monaten mit hoher Feiertagsrate würden Sondertermine eingesetzt. Die besondere Herausforderung sei die kurze Haltbarkeit fertiger Blutpräparate, so das DRK. Sie betrage bei Blutkonserven bis zu 42 Tage, bei aus einer Blutspende gewonnenen Thrombozytenkonzentraten nur bis zu fünf Tage.

Im Februar und März sei die ausgedehnte Grippewelle durch temporäre, regional verschiedene Spenderückgänge zu spüren gewesen. „Der Rückgang konnte mit einer gezielten Spenderansprache ausgeglichen werden“, so Schweiger.

Um dem Negativtrend in Brandenburg entgegenzuwirken, setzt das DRK gezielt auf mobile Spendetermine. Diese machen inzwischen 90 Prozent des Blutspendedienstes aus. Auch Haema weitet den mobilen Dienst stetig aus. Hinzugekommen seien auch Standorte in Senftenberg, Schwarzheide (beide Oberspreewald-Lausitz) und in Schwedt (Uckermark).

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