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Berliner und Brandenburger sind Kochmuffel : Die Märker kochen nur selten

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Nirgendwo in Deutschland wird so wenig gekocht wie in Berlin-Brandenburg, obwohl das Interesse an gesundem Essen steigt.

svz.de von
erstellt am 17.Jan.2017 | 05:00 Uhr

Gesund geht in der neuen Ernährungsstudie der Techniker Krankenkasse (TK) erstmals vor lecker – zumindest in der Theorie. Während die Hälfte der Befragten vor vier Jahren sagte, für Essen gelte „Hauptsache lecker“, meinen das nun noch 40 Prozent, während 42 Prozent der Leute finden, dass „Hauptsache gesund“ das wichtigste Kriterium ist.

„Richtige Ernährung reduziert viele Risikofaktoren“, sagt Kassenchef Jens Baas. Jedoch hapere es bei der Umsetzung der guten Vorsätze und der Anwendung des Wissens über gute Ernährung in der Praxis. So sagt in Berlin und Brandenburg nur jeder Dritte, dass zu Hause „fast jeden Tag selbst gekocht“ werde. Mit großem Abstand bundesweiter Tiefstwert.

Auch warum die Küche kalt bleibt, erkundeten die Experten. Viele sind zu bequem oder zu erschöpft, um zu kochen. Anderen fehle Zeit für den Einkauf. Sie nutzen öfter Fertiggerichte und Snacks, die meist viel Fett, Salz oder Zucker enthalten. Eventuell gibt es Zusammenhänge zwischen regionalen Ernährungsgewohnheiten und einer anderen Zahl der Studie. So ist der Anteil derer, die unter Diabetes oder erhöhten Cholesterinwerten leiden, in Berlin-Brandenburg mit 26 Prozent am höchsten.

Bundesweit räumen in der Studie viele Menschen ein, am Arbeitsplatz zu sündigen. 40 Prozent der Männer geben an, sich im Job ungesund zu ernähren, weil das Verpflegungsangebot schlecht ist. Ein Viertel sagt, oft keine Zeit für eine Pause zu haben und daher nebenbei zu essen.

Positiv bewerten die Autoren den sinkenden Fleischverzehr. „Das ist ein Hinweis für bewussteres Essen.“ Berlin und Brandenburg gehören aber weiter zu den Ländern mit dem höchsten Fleischkonsum. 85 Prozent der Befragten geben an, Fleisch sei fester Bestandteil ihres Speiseplans ist. Der Anteil der Flexitarier, die nur selten Wurst oder ein Steak essen, liegt bei lediglich elf Prozent.

Die Autoren betonen aber, dass die Studie keine Belege für einen Zusammenhang zwischen Erkrankungen und einer fleischreichen Ernährungsweise liefere. Auffällig sei aber der Zusammenhang körperlicher Beschwerden und Allergien beziehungsweise Nahrungsmittel-Unverträglichkeiten. Fast jeder Zweite, der darunter leidet, fühle sich oft ausgebrannt.

Mehr als jeder Vierte in Berlin-Brandenburg kämpft mit Allergien oder Intoleranzen, während in manchen anderen Ländern nur einer von zehn mit der Lebensmittelverträglichkeit Probleme hat.

An der Region vorbei geht der Bio-Boom. Nur ein Drittel der Befragten greift regelmäßig zu, obwohl Obst und Gemüse aus Bio-Anbau einen deutlich höheren Gehalt an sekundären Pflanzenstoffen hat, die gut für die Gesundheit sind.

Zum Veganismus sagt die Studie wenig: In den meisten Altersgruppen liege der Anteil derer, die komplett tierische Produkte meiden, im statistisch nicht messbaren Bereich.  

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