Heiraten : Die Liebe in den Zeiten von Corona

Das Coronavirus vermiest derzeit auch heiratswilligen Paaren den schönsten Tag im Leben.
Das Coronavirus vermiest derzeit auch heiratswilligen Paaren den schönsten Tag im Leben.

Brautpaare wollen sich weiterhin den Schwur der Liebe geben / Ist das derzeit in Brandenburg möglich?

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01. April 2020, 05:00 Uhr

Die Liebe hat es schwer in Zeiten von Corona - zumindest, wenn sie durch eine Ehe besiegelt werden soll. Ein großes Fest im Schloss mit vielen Gästen ist derzeit nicht drin. Stattdessen ist an vielen Orten im Land nur noch der ganz kleine Rahmen erlaubt. Noch können die Standesämter nicht absehen, ob deshalb viele Eheschließungen abgesagt werden. In den Kirchen sind Trauungen bis Ende April abgesagt - weil keine Gottesdienste mehr veranstaltet werden dürfen.

Anja Breddin vom Schloss Wulkow in Neuhardenberg (Märkisch-Oderland) spürt schon die Auswirkungen: Acht Hochzeitsfeiern musste sie bis Ende April absagen. Für drei Paare konnte ein Ersatztermin noch 2020 gefunden werden, die anderen müssen auf das kommende Jahr warten. „Die Brautpaare sind tiefenentspannt“, sagt die Geschäftsführerin.„Wir hoffen, dass das im Mai durch ist“, sagt Breddin weiter. Dann sind 15 Hochzeiten geplant.

Zum Sommer hin startet dann die Hochsaison, im August finden wöchentlich fünf Feiern statt. Die Location in Ostbrandenburg lebt davon, Hochzeiten auszurichten. 80 bis 90 Brautpaare feiern pro Jahr. In diesem Jahr konnten erst sieben Feiern stattfinden. „Wirtschaftlich ist das eine Riesenkatastrophe. Wir haben aktuell keine Einnahmen“, sagt Breddin, die sieben Mitarbeiter hat. Trotzdem ist sie optimistisch: „Wenn das überstanden ist, werden die Partys noch luxuriöser, und die Menschen werden wieder lachen.“ Doch bis dahin heißt es: klein aber fein feiern.

Das Land hatte seine Weisung an die Standesämter nochmals verschärft: waren neben dem Brautpaar zunächst noch Trauzeugen und gegebenenfalls eigene Kinder zur Trauung zugelassen, gilt dies jetzt nur noch für betreuungspflichtige Kinder, also zum Beispiel Kleinkinder, teilte das Innenministerium mit. Eheschließungen an romantischen Außenstandorten sind bis Ende April verboten.

In Cottbus finden alle Hochzeiten - auch schon vor der Verschärfung - ohne Gäste statt - auch ohne Trauzeugen. Die Hochzeitsgesellschaft darf nicht vor dem Rathaus auf das Brautpaar warten, sagt eine Sprecherin. Spalier-Stehen, Reis-Werfen und Sektempfang sind nicht drin. „Wir haben kein Kussverbot ausgesprochen“, so die Sprecherin.

In Potsdam dürfen die Heiratswilligen ihre minderjährigen Kinder noch mitbringen.

Das Standesamt Teltow (Potsdam-Mittelmark) setzt Eheschließungen bis zum 19.  April ganz aus. Diese Entscheidung habe die Stadt „nach gründlicher Abwägung und entsprechender Empfehlung des Landkreises“ getroffen. Bei einem neuen Termin würden die Brautleute bevorzugt behandelt. Die Standesbeamten würden dazu Kontakt mit ihnen aufnehmen. Andere Sicherheitsvorkehrungen wie das Tragen von Mundschutz - sind aber in keinem der angefragten Standesämter vorgesehen.

Per Eilerlass will das Innenministerium die Standesämter handlungsfähig halten. Die Möglichkeiten der Bestellung weiterer Standesbeamter werden erweitert und flexibilisiert. Kommunen können über gegenseitige Verträge mehrere Standesbeamte einer anderen Kommune bestellen. Für außergewöhnliche Notsituationen besteht die Möglichkeit, zeitlich befristet weitere Standesbeamte anderer Kommunen zu bestellen. Die Fachaufsicht kann auf Antrag einer Kommune Standesbeamte für die Dauer der Notsituation mit der Wahrnehmung der Geschäfte des notleidenden Standesamtes beauftragen.

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