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Magersucht ist ein Problem : Die Fälle von Magersucht steigen

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Online-Programm will Frauen helfen, sich nicht nur über Aussehen zu definieren

svz.de von
erstellt am 24.Feb.2017 | 22:00 Uhr

Immer mehr Menschen in Brandenburg leiden an Magersucht. Allein unter den Versicherten der Krankenkasse Barmer ist die Zahl der Diagnosen zwischen 2011 und 2015 um knapp 55 Prozent von 199 auf 308 gestiegen, wie Landesgeschäftsführerin Gabriela Leyh berichtet. Der Anstieg zeichne sich am deutlichsten in der Gruppe der Zehn- bis 19-Jährigen ab, sagt sie.

Insbesondere Mädchen seien betroffen. Leyh betont aber, dass Magersucht nicht allein ein Phänomen der Pubertät sei. Die Barmer registriere, dass sich Patienten aller Altersgruppen wegen Essstörungen ärztlich behandeln lassen. Den deutlichen Zuwachs an jugendlichen Betroffenen führt Leyh auch darauf zurück, dass dem Thema in der Öffentlichkeit seit einigen Jahren mehr Aufmerksamkeit und Aufklärungsarbeit gewidmet wird. Aber obwohl Betroffene die Erkrankung heute weniger verbergen könnten, sieht die Geschäftsführerin weiter eine hohe Dunkelziffer.

Für den Anstieg der Fälle sind aus Sicht der Expertin auch Fernsehformate wie „Germany’s Next Topmodel“ mitverantwortlich. Zudem spiele die Werbung eine problematische Rolle, weil darin oft unrealistische Schönheitsideale propagiert würden, an denen sich viele junge Mädchen orientierten. „Ihr Wunschgewicht liegt häufig weit unter Normalgewicht.“ Dadurch drohen irreparable Schäden an den Organen.

Aber auch Schlafstörungen, Kreislaufprobleme oder depressive Verstimmungen könnten die Folge sein. Gemeinsam mit dem Verein Dick & Dünn aus Berlin will die Barmer mit einem neuen Online-Präventionsprogramm falschen Schönheitsidealen entgegentreten. Besucher des Programms unter dem Namen „everyBody“ müssen zunächst einen Fragebogen ausfüllen. Auf Basis der dort anonym gesammelten Informationen zu ihrem Essverhalten und ihrer Einstellung zum eigenen Körper werden individuelle Trainingseinheiten erstellt.

Ziel ist es, die Teilnehmer zu einem bewussten Umgang mit Ernährung und dem eigenen Körper zu animieren, erklärt Cecily Schallock vom Verein Dick & Dünn. Denn oftmals hätten Betroffene ein mangelndes Selbstwertgefühl und eine negative Einstellung zu ihrem Körper. „Deshalb ist es wichtig, dass sie lernen, ihren Selbstwert nicht nur über ihr Äußeres zu beziehen.“  

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