Brandenburg : DHL-Erpresser: Keine Spur

Polizisten sperren die Straßen um einen Weihnachtsmarkt in der Potsdamer Innenstadt ab. An dem Weihnachtsmarkt haben Bombenentschärfer ein verdächtiges Paket unschädlich gemacht.
Polizisten sperren die Straßen um einen Weihnachtsmarkt in der Potsdamer Innenstadt ab. An dem Weihnachtsmarkt haben Bombenentschärfer ein verdächtiges Paket unschädlich gemacht.

Zwei Jahre sucht die Polizei mit bis zu 50 Beamten einen Erpresser, der Paketbomben verschickte

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14. November 2019, 05:00 Uhr

Zwei Jahre nach dem Versand der ersten Paketbombe hat die Brandenburger Polizei noch keine Spur von dem Erpresser, der den Paketzusteller DHL um einen Millionenbetrag erpressen wollte. Das Landeskriminalamt sei in dem Verfahren mehr als 1000 Spuren und Hinweisen nachgegangen, teilte das Polizeipräsidium gestern in Potsdam mit. „Bis heute konnte ein dringender Tatverdacht gegen eine oder mehrere Personen nicht erhärtet werden.“

Die Ermittler wollten in Kürze einen Vorschlag zur Ausrichtung der weiteren Ermittlungen an die Staatsanwaltschaft Potsdam senden, hieß es in der Mitteilung weiter. Einzelheiten dazu wurden nicht genannt.

Die ursprünglich mit 50 Beamten besetzte Sonderkommission „Quer“ war schon im Sommer letzten Jahres auf 15 Beamte heruntergefahren worden. Derzeit ist laut Herbst nur noch eine Handvoll Beamte im Landeskriminalamt damit beschäftigt.

Am 1. Dezember 2017 war in einer Apotheke am Rande des Potsdamer Weihnachtsmarkts eine Paketbombe entdeckt worden, in der sich eine Sprengvorrichtung und Nägel befanden. Darin wurde auch ein als QR-Code verschlüsseltes Schreiben entdeckt, mit dem DHL um eine Millionensumme in Bitcoins erpresst wurde. Der Umsicht des Apothekers, der das Päckchen erhielt, war es mit zu verdanken, dass keine Menschen verletzt wurden. Er habe beim Öffnen ein Zischen gehört und bemerkt, „dass da so komische Drähte rausguckten“, berichtete der Apotheker später. Daraufhin alarmierte er die Polizei.

Später stellte sich heraus, dass schon Anfang November 2017 eine erste explosive Sendung des DHL-Erpressers im Postzentrum Frankfurt (Oder) eingegangen war. Diese geriet beim Öffnen in Brand, wodurch auch das Erpresserschreiben zerstört wurde. Weitere explosive Sendungen gingen im Januar bei einer Berliner Bankfiliale und im April bei der Handwerkskammer in Berlin ein. Danach herrschte Ruhe.

Insofern hätten die Ermittlungen zumindest einen Erfolg bei der Gefahrenabwehr ergeben, sagte Herbst. „Wegen des hohen Fahndungsdrucks wurden keine weiteren hochgefährlichen Pakte, die Menschenleben gefährdet hätten, verschickt.“

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