DGB kritisiert wachsende Altersarmut durch Rente mit 67

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20. November 2010, 01:57 Uhr

Potsdam | Die Rente mit 67 wird nach Ansicht des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zu einer steigenden Altersarmut in Brandenburg führen. DGB-Landeschef Detlef Baer sagte gestern in Potsdam, die Altersarmut sei schon jetzt deutlich zu spüren. Aufgrund der Rentenkürzungen lägen die Renten in Brandenburg im Schnitt nur noch bei 790 Euro und damit noch niedriger als im Jahr 2008 mit 799 Euro. "Wir müssen dringend umsteuern, damit die gesetzliche Rente wieder armutsfest wird", mahnte Baer. Nach DGB-Berechnungen muss in Brandenburg mehr als jeder sechste Beschäftigte aus gesundheitlichen Gründen frühzeitig aus dem Arbeitsleben ausscheiden und hohe Abschläge bei der Erwerbsminderungsrente hinnehmen. Die Rente ab 67 Jahre sei für die meisten Beschäftigten unerreichbar und werde zu einer "reinen Rentenkürzung", sagte Baer.

Eine große Zahl von Arbeitnehmern könne auch deshalb nicht bis 65 Jahre arbeiten, weil die Beschäftigungschancen zu schlecht seien. In Brandenburg biete der Arbeitsmarkt nicht genügend Möglichkeiten für Ältere, sagte Baer. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes seien nur 20 Prozent aller 60- bis 64-Jährigen in Brandenburg sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Mehr als jeder dritte Arbeitslose sei älter als 50 Jahre. Den meisten dieser fast 46 000 Bürger werde ein Wiedereinstieg in Beschäftigung nicht gelingen.

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