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Havelberger Dom : Der Westflügel wird saniert

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Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Gut eine Million Euro sollen vornehmlich in die Dachkonstruktion fließen. Aus den Maßnahmen ergeben sich Einschränkungen für den Besucherverkehr im Prignitz-Museum

svz.de von
erstellt am 18.Apr.2016 | 12:00 Uhr

Die Vorbereitungen für die Sanierung des Westflügels am Havelberger Dom laufen auf vollen Touren. Die Gerüste sind aufgestellt, und auch das Schutzdach ist montiert, so dass unabhängig von der Witterung gearbeitet werden kann.

Die Stiftung Dome und Schlösser in Sachsen-Anhalt legt ihren Investitionsschwerpunkt in diesem Jahr auf weitere Sanierungen am Havelberger Dom. Der Westflügel der einstigen Klosteranlage ist dringend sanierungsbedürftig. Gut eine Million Euro sind eingeplant, um das Dach nach historischem Vorbild neu einzudecken und die Dachkonstruktion in Ordnung zu bringen. „Sämtliche Genehmigungen sind beantragt, derzeit laufen die vorbereitenden Maßnahmen“, berichtet Ralf Lindemann, Direktor Bau und Liegenschaften der in Leitzkau ansässigen Stiftung. Die Gerüste stehen bereits auf beiden Seiten des Gebäudeteils. Vor wenigen Tagen wurde das Schutzdach aufgebracht. Damit kann bei jedem Wetter gearbeitet werden, und die Räumlichkeiten sind bei geöffnetem Dach geschützt.

Die alten Ziegel werden komplett heruntergenommen. Das Dach wird mit handgestrichenen Biberschwänzen, hergestellt im brandenburgischen Görzke, neu eingedeckt. Aufwendig wird die Sanierung des Dachstuhles, denn die Holzkonstruktion weist Verformungen auf. Zudem muss das Holz dekontaminiert werden, da in früheren Jahren Holzschutzmittel aufgebracht worden sind. Insekten und Pilze haben außerdem das Holz befallen. Was nicht mehr verwendbar ist, muss fachmännisch entsorgt werden, alles andere wird gereinigt – Gebinde für Gebinde. „Es wird eine Mischung aus Alt und Neu sein“, so Ralf Lindemann. Die Dachkonstruktion soll in ihrer ursprünglichen Form wieder hergestellt werden. Recherchen in historischen Unterlagen bilden die Grundlage dafür. Das bedeutet, dass eine vor Jahrzehnten eingebrachte zweireihige Stützenkonstruktion herausgenommen wird. Es verbleibt nur eine Stützenreihe, so, wie sie ursprünglich in das Seitenschiff des Domes eingebracht worden war.

Die Bauarbeiten bringen vor allem für das Prignitz-Museum Einschränkungen mit sich, da die gut 200 Quadratmeter große Ausstellungsfläche des Westflügels für die Zeit der Bauarbeiten nicht zur Verfügung steht. Die Siedlungs- und die Dombaugeschichte sind nun im südlichen und östlichen Kreuzgang aufgebaut. Der Eingang zum Dom erfolgt weiterhin über den Paradiessaal. Der zum Museum wurde an den Ostflügel, wo sich der Verwaltungsaufgang befindet, verlegt – zu erreichen über den Propsteiplatz oder vom Domplatz aus am Paradiessaal vorbei. Nicht nutzbar ist während der Bauarbeiten der Aufzug. Somit gibt es derzeit keinen behindertengerechten Zugang zum Museum, das sich im Obergeschoss der früheren Klosteranlage befindet.

Die Bauarbeiten werden sich voraussichtlich über das ganze Jahr hinziehen. Ralf Lindemann hofft, „dass der Großteil der Arbeiten bis Jahresende durchgeführt wird“.


 

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