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Brandenburg

16. Dezember 2017 | 23:36 Uhr

Schäden : Der Wald bleibt gefährlich

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Mancherorts im Land könnten die Aufräumarbeiten nach Sturmtief Xavier noch weit bis ins Frühjahr hinein dauern.

svz.de von
erstellt am 08.Dez.2017 | 05:00 Uhr

Noch immer sind nicht alle Schäden nach dem mächtigen Herbststurm Xavier im Land Brandenburg behoben. „Das wird auch noch einige Wochen dauern“, sagt Frank-Michael Hintze, Leiter der Oberförsterei Neuendorf (Oberhavel).

Sogar bis ins Frühjahr hinein können die Aufräumarbeiten in Oberhavels Wäldern noch dauern, so Hintze. „Es geht ja nicht nur darum, die Wege frei zu machen und alles wegzuräumen“, sagt Hintze. Wo Schäden entstanden seien, müsse auch wieder aufgeforstet werden.

Der Sturm, der Anfang Oktober über Brandenburg wütete, hat schätzungsweise 1,5 bis zwei Millionen Bäume im Wald zerstört. Das entspricht einer Holzmenge von einer Million Festmeter. In einem normalen Wirtschaftsjahr werden in den 1,1 Millionen Hektar Wald Brandenburgs zirka 4,5 Millionen Festmeter geerntet. Somit wurde durch den Sturm fast ein Viertel der Jahreseinschlagsmenge umgeworfen. Diese Holzmenge hat einen durchschnittlichen Wert von zirka 48 Millionen Euro.

Unmittelbar nach dem Sturm begannen die Waldarbeiter des Landesbetriebes Forst Brandenburg (LFB) unter Hochdruck, Waldwege freizuschneiden und diese von Stämmen und Ästen zu beräumen. Mittlerweile sind die vorsorglichen Sperrungen von Waldwegen wie beispielsweise im Lehnitzer Forst aufgehoben. Im Revier der Oberförsterei Neuendorf sind „die großen Hauptwege“ wieder frei zugänglich, sagt Revierleiter Hintze, doch wer sich abseits der Wege aufhält, muss aufpassen. „Das ist kreuzgefährlich“, warnt Hintze. Noch immer hingen Äste in den Kronen, die plötzlich herunterfallen können. „Zum Glück ist die Pilzzeit vorbei, niemand geht mehr kreuz und quer durch den Wald“, so Hintze. „Die meisten schauen nicht nach oben.“

Die Oberförsterei Neuendorf erstreckt sich von der nördlichen Berliner Stadtgrenze bis ins Ruppiner Land mit der Mecklenburgischen Seenplatte zur Grenze Mecklenburg-Vorpommern. Die Nord-Süd-Ausdehnung beträgt 65 Kilometer, die Ost-West-Ausdehnung 35 Kilometer. Mit 179500 Hektar Gesamtfläche ist die Oberförsterei Neuendorf die größte Oberförsterei in Brandenburg.

Daher ergibt sich für Oberhavel auch ein ganz unterschiedliches Bild, was den Waldschaden angeht. Große Schäden habe der Sturm im Borgsdorfer Gebiet, im Kremmener Stadtwald, bei Döringsbrück und in Nieder Neuendorf hinterlassen und auch bei Beetz in der Rüthnicker Heide sehe es „noch ganz schlimm aus“, so Frank-Michael Hintze, wohingegen im Raum Fürstenberg beispielsweise die Schäden schon beseitigt wurden.

Bereits im August 2013 hatte ein Sturm einige Reviere in Oberhavels Waldgebiet besonders heimgesucht und für Baumbruch gesorgt. Damals hatte die Oberförsterei wegen Gefahr durch umgestürzte Bäume 2 200 Hektar Wald im Landkreis sperren lassen. Betroffen waren damals Waldflächen im Liebenberger Bruch, bei Grüneberg am Zollkrug, der Krumme Berg nördlich von Nassenheide, der Kremmener Stadtwald und das Waldgebiet bei Döringsbrück.


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