Polizei setzt auf Tröste-Bären : Der Teddy im Streifenwagen

Erste Brandenburger Tröstebären sitzen in einem Streifenwagen.
Erste Brandenburger Tröstebären sitzen in einem Streifenwagen.

2000 Tröstebären sollen den Polizisten helfen, bei Einsätzen Zugang zu verängstigten oder verletzten Kindern zu bekommen

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30. Januar 2018, 05:00 Uhr

Die Deutsche Teddy-Stiftung rüstet Brandenburgs Polizei mit Tröste-bären aus. Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) nahm gestern die ersten von 2000 Teddybären entgegen, die landesweit in den 500 Streifenwagen zum Einsatz kommen werden.

„Die Teddys helfen Einsatzkräften, Zugang zu verängstigten oder verletzten Kindern zu bekommen und sind eine wichtige Hilfe bei Unfällen oder anderen Notlagen“, sagte Schröter. Sie seien ein wertvolles Einsatzmittel, wenn Kinder bei Verkehrsunfällen oder in Fällen häuslicher Gewalt stark verängstigt reagierten, sagte der Sprecher des Polizeipräsidiums, Torsten Herbst. „Da ist so ein Knuddelviech sehr wichtig, weil die Kinder damit etwas zum Festhalten haben.“ Auch bei kleinen Ausreißern und Kindern, die sich auf dem Heimweg verirrt häten, könnten Tröstebären das Eis brechen. Über Sponsoren und Eigeninitiative seien Teddys seit einiger Zeit bei der Polizei im Einsatz. Es gibt bereits positive Erfahrungen.

Der Minister übergab die etwa 30 Zentimeter großen Bären an die Polizei. Mit Lottomitteln des Ministeriums von 7400 Euro hatte die Deutsche Teddy-Stiftung die Bären beschafft. Die Stiftung ist gemeinnützig und verteilt Teddybären an Kinder in Notlagen über Rettungsdienste, die Polizei und die Feuerwehr. Seit ihrer Gründung 1995 gab sie bundesweit mehr als 100 000 Teddybären aus.

Zugleich wird seit gestern Werbung zur Nachwuchswerbung auf Funkstreifenwagen geklebt. Damit erweitert die Fachhochschule ihr Portfolio zur Nachwuchswerbung um ein weiteres Instrument. Abgebildet sind zwei Brandenburger Polizeianwärter sowie die seit Januar 2016 online gestellte Karriere-Website der Fachhochschule der Polizei.

„Wir haben wieder über 8000 Polizisten im Dienst. Das ist ein gutes Signal für die innere Sicherheit, denn die Zeit des Stellenabbaus ist vorbei. Wir haben so viele Anwärter wie noch nie eingestellt“, so Schröter gestern. „Die jährlichen Bewerberzahlen zeigen, dass die Brandenburger Polizei als attraktiver Arbeitgeber wahrgenommen wird. Bei der Nachwuchsgewinnung ziehen wir viele Register und nutzen jetzt auch die Streifenwagen, um weitere Aufmerksamkeit zu bekommen.“

Die Einführung von zwei Einstellungsterminen im Jahr 2015 (April und Oktober) führte laut Ministerium zu einem Anstieg der Bewerberzahlen. Insgesamt lagen 2017 rund 6800 Bewerbungen vor. 2017 wurden 417 Anwärter an der Fachhochschule der Polizei in Oranienburg eingestellt. Für den Einstellungstermin April 2018 liegen bislang rund 2200 Bewerbungen vor.



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