Thomas Kralinski : Der Neue des Ministerpräsidenten

Ministerpräsident  Dietmar Woidke (l.) und Staatssekretär Thomas Kralinski im Bundesrat Foto: Stache
Ministerpräsident Dietmar Woidke (l.) und Staatssekretär Thomas Kralinski im Bundesrat Foto: Stache

Heute wird das Kabinett Thomas Kralinski auch offiziell zum Chef der Staatskanzlei ernennen

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30. August 2016, 05:00 Uhr

Heute wird das rot-rote Kabinett in Potsdam den gerade 44 Jahre alt gewordenen SPD-Staatssekretär Thomas Kralinski vom Amt als Leiter der Landesvertretung in Berlin abberufen und zum Chef der Staatskanzlei ernennen. Ein Amt, das vor allem der Koordination der verschiedenen Potsdamer Ministerien dient.

„Die Rolle des Chefs der Staatskanzlei ist, dass man dafür sorgt, dass die Koalition gut und geräuschlos arbeitet, und dass möglichst ein Rad ins andere greift“, sagt Kralinski. „Die Menschen in Brandenburg wollen, dass es beim Regieren keine quietschenden Nebengeräusche gibt.“ Geräusche wie sie zu hören sind, wenn zwei Ministerien öffentlich verschiedene Auffassung vertreten – etwa als der damalige Verbraucherschutzminister Helmuth Markov (Linke) das Volksbegehren zur Massentierhaltung unterschrieb, während Agrarminister Jörg Vogelsänger (SPD) die Initiative ablehnte. Die Staatskanzlei sei im Unterschied zu den Ressorts für die großen Linien der Regierungspolitik verantwortlich. „Dass diese Linien erkennbar sind, eingehalten werden und dass das Handeln der Regierung aus einem Guss kommt“, sagt Kralinski. „Dazu will ich meinen Beitrag leisten.“

Der gebürtige Thüringer ist seit vielen Jahren eine feste Größe in der Brandenburger SPD. 1998, nach dem Studienabschluss in Osteuropawissenschaften, Politik und Volkswirtschaftslehre, absolvierte Kralinski ein Praktikum bei Martin Dulig und der sächsischen SPD. „Das war mitten im Bundestagswahlkampf“, erinnert sich Kralinski. „Da bin ich dann mit Freude dabei geblieben.“

Dann kam er in Kontakt mit zwei Spitzenvertretern der märkischen Sozialdemokratie: 2003 warb ihn der damalige Landesgeschäftsführer Klaus Ness nach Brandenburg ab, 2004 wurde er nach der Landtagswahl auf Veranlassung von Günter Baaske SPD-Fraktionsgeschäftsführer. 2014 bot ihm Dietmar Woidke den Staatssekretärsposten an: Als Bevollmächtigter des Landes Brandenburg am Sitz der Bundesregierung ging er nach Berlin. „Da konnte ich nicht nein sagen“, sagt Kralinski.

Eigene politische Schwerpunkte hat ein Chef der Staatskanzlei wenige, mit Ausnahme der Medienpolitik. Auch Kralinski will sich diesem Thema widmen. „Ich glaube, es ist irgendwann ein demokratiepolitisches Problem, wenn nur noch ein Viertel der Haushalte eine Tageszeitung hält und sich über dieses Medium über das politische Leben im eigenen Land informiert“, sagt Kralinski. Zudem werde es eine intensive Debatte zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks und der Rundfunkgebühr geben. „Wir brauchen einen öffentlich-rechtlichen Rundfunk, der akzeptiert sein muss, der relevant sein muss und der auch finanzierbar bleiben muss.“  

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