Untersuchung vor Ort : Der mobile Herzcheck kommt

Künftig sollen es nicht nur stationäre MRT wie dieses geben, sondern auch ambulante MRT-Mobile
Künftig sollen es nicht nur stationäre MRT wie dieses geben, sondern auch ambulante MRT-Mobile

Ab Herbst 2020 soll ein rollendes MRT die Therapie für Patienten in ländlichen Regionen verbessern

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16. November 2019, 05:00 Uhr

Mobile Technik und Telemedizin sollen in Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern MRT-Untersuchungen des Herzens in ländlichen Regionen ermöglichen. Das „Herz-Check“-Projekt sieht vor, Geräte für eine magnetresonanztomografische Untersuchung dorthin zu bringen, wo sie in Praxen oder Kliniken nicht vorhanden sind.

Das Berliner Unternehmen medneo verfügt dafür über Lastkraftwagen, die zu „MRT-Mobilen“ umgebaut wurden, teilte die Krankenkasse AOK Nordost mit. Im Herbst 2020 sollen demnach die ersten Patienten untersucht werden. Die medizinische Leitung hat das renommierte Deutsche Herzzentrum Berlin inne. Gefördert wird das Vorhaben mit mehr als sieben Millionen Euro aus dem Innovationsfonds des Gemeinsamen Bundesausschusses, des höchsten Gremiums der Selbstverwaltungsorganisationen des Gesundheitswesens.

Das Konzept sieht laut AOK-Nordost vor, dass zunächst ihre Versicherten sowie niedergelassene Haus- und Fachärzte in der Region über die Möglichkeit und die Vorteile der Früherkennung von unentdeckten Herzinsuffizienz informiert werden.

„Über eine Website können Hausärzte das Risiko für ihre Patienten anhand etablierter Bewertungsverfahren unkompliziert festlegen“, heißt es. Stellten der Hausarzt oder der Patient ein erhöhtes Risiko fest, könne online ein Termin für eine mobile MRT-Untersuchung in der Nähe des Wohnorts vereinbart werden.

„Gerade bei chronischen Erkrankungen stellt uns die ländliche Versorgung mit manchmal weiten Wegen und dem nicht immer einfachen Zugang zu spezialisierter Medizin vor besondere Herausforderungen“, sagte AOK Nordost-Vorstand Frank Michalak. Auf lange Sicht könne diesen nur mithilfe digitaler und telemedizinischer Unterstützung begegnet werden. Laut den Initiatoren des „Herz-Check“-Projekts können die MRT-Mobile an regionalen Kliniken oder ambulanten Einrichtungen wie Ärztehäusern aufgestellt werden. Ein Facharzt müsse nicht zwingend dabei sein. Die Untersuchung dauere etwa zehn Minuten.

Das „Herz-Check“ Projekt wird über einen Zeitraum von drei Jahren gefördert. Davon entfallen sechs Monate auf die Vorbereitung und 24 Monate auf die Durchführung der Untersuchungen in den mobilen MRT-Einheiten. Geplant ist, im Herbst 2020 die ersten Patienten zu untersuchen. Ein Jahr nach der Erstuntersuchung werden Patienten mit auffälligem Befund im Rahmen des -Projektes erneut untersucht, sodass ihr gesundheitlicher Zustand und der Erfolg der früh einsetzenden Therapie bewertet und abgeglichen werden können.



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