zur Navigation springen

Rotmilane kehren zurück : Der Brandenburger Wappenvogel im Anflug

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Rotmilane kehren aus ihren Winterquartieren zurück. Biosphärenreservat startet Zähl-Aktion

svz.de von
erstellt am 24.Mär.2017 | 05:00 Uhr

Zwar lässt sich der Frühling bislang nur recht zaghaft blicken. Doch wer aufmerksam in den Himmel guckt, entdeckt schon erste Boten. Immer mehr Sommervögel ziehen ihre Kreise über Brandenburg. Auch einige Rotmilane haben ihre Winterquartiere in Spanien schon verlassen und sind in die Mark zurückgekehrt. Im Spreewald etwa haben Vogelfreunde vor einigen Tagen einen guten alten Bekannten erspäht, der sein angestammtes Brutrevier wieder bezogen hat.

In den kommenden Wochen dürften dort noch einige Exemplare der streng geschützten Art hinzukommen, meint Eugen Nowak. Der Leiter des Biosphärenreservats Spreewald geht davon aus, dass in diesem Jahr bis zu 45 Rotmilan-Brutpaare in der rund 480 Quadratkilometer großen Auenlandschaft für Nachwuchs sorgen könnten. „Mit acht bis zehn Paaren auf 100 Quadratkilometer ist der Spreewald gut besiedelt“, sagt er.

Jedoch gehen Nowaks Zahlen mehr oder weniger auf Schätzungen zurück. Denn nur einmal acht Kollegen der Naturwacht können die rotbraunen Greifvögel mit dem gegabelten Schwanz und dem hellen Kopf regelmäßig auf repräsentativen Probeflächen beobachten. Der Bestand, den sie ermitteln, wird dann auf das gesamte Reservat hochgerechnet.

Präzisere Zahlen erhofft sich die Reservatsverwaltung von der Mitmach-Aktion, bei der die Kartierungen der Spreewaldranger durch Beobachtungen von Laien ergänzt werden sollen. Es ist das erste Mal, dass das Biosphärenreservat naturinteressierte Spreewälder und Gäste aufruft, in der von Feldern, Feuchtwiesen, Wäldern und Baumreihen durchzogenen Fließlandschaft nach Rotmilanen Ausschau zu halten.

„Vor allem sind wir an Beobachtungen zur Brut und Jungenaufzucht interessiert“, sagt Nowak. Auch jeder andere Hinweis etwa aus der Zugzeit im Herbst sei hochwillkommen. Bis Ende Oktober können sich die ehrenamtlichen Vogelbeobachter an der Kartierung der Tiere beteiligen. Die Gefahr einer Verwechslung bestehe eigentlich nicht, erläutert der Reservatschef. „Höchstens mit dem Schwarzmilan.“ Doch dessen Gefieder sei dunkler und der Schwanz nicht so auffällig gegabelt. Außerdem sei der Schwarzmilan etwas kleiner als der rote, der mit 60 bis 70 Zentimetern und einer Flügelspannweite von bis zu 175 Zentimetern größer als der Mäusebussard oder der Fischadler ist.

2000 Postkarten hat das Biosphärenreservat an wichtigen Infopunkten im Spreewald ausgelegt. Mithilfe der Karten können die freiwilligen Helfer ihre Beobachtungen melden. Auch online ist eine Meldung möglich.

„In Brandenburg haben wir eine große Verantwortung für den Fortbestand des sympathischen Greifvogels“, meint Nowak. Immerhin habe der begnadete Segler, der fast nur in Europa zu Hause ist, im Osten Deutschlands sein wichtigstes Brutgebiet. In der Mark sorgen bis zu 1900 Paare für Nachwuchs – ein Zehntel des deutschlandweiten Bestands und somit ein beachtlicher Anteil, sagt der studierte Förster.

Jedoch ging die Population in Brandenburg in den vergangenen drei Jahren um 40 Prozent zurück, warnen Experten. Neben natürlichen Feinden wie Uhu, Waschbär oder Baummarder machen dem Vogel zunehmend Windräder zu schaffen. Auch vor diesem Hintergrund sei es wichtig, genau zu wissen, wie es dem Rotmilan geht, sagt Naturliebhaber Eugen Nowak.  

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen