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Pannenflughafen BER : Der Airport-Hochstapler

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Berliner Flughafengesellschaft ist bei Planung ihrer Entrauchungsanlage einem Betrüger aufgesessen

Der Pannenflughafen BER erlebt ein neues Desaster: Der Planer der funktionsunfähigen Brandschutzanlage 14, Alfredo di Mauro, ist nach Angaben des „Stern“ ein Hochstapler. Di Mauro sei kein Ingenieur, sondern besitze lediglich einen Gesellenbrief als Technischer Zeichner, teilte das Magazin gestern vorab mit. Schon als Planer eines Ärztehauses in Offenbach habe er die Ingenieursausbildung vorgeschwindelt. Aufgeflogen sei er damals, weil sich im Keller des Gebäudes „ein kleiner See“ gebildet habe.

Hartmut Mehdorn hatte di Mauro im Frühjahr entlassen, weil der damalige Technik-Chef Jochen Großmann dessen Planungen für fehlerhaft hielt. „Er hat die Anlage 14 in ihrer vorliegenden, nicht funktionsfähigen Form geplant“, sagte Mehdorn damals. Die Anlage soll nach aktuellem Planungsstand in mehrere separate Anlagen aufgeteilt werden.

Doch auch mit dem nach dem Debakel um den zuletzt mehrfach verschobenen Eröffnungstermin eingestellten Großmann hatte der Flughafen kein Glück: Gegen ihn ermittelt derzeit die Schwerpunktstaatsanwaltschaft Neuruppin wegen des Verdachts der Korruption. Die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg sah sich gestern trotz mehrfacher Anfrage nicht in der Lage, eine Stellungnahme zu dem Vorgang abzugeben.

In einem anderen Fall dagegen wurde Anzeige erstattet: Nachdem in der Nähe des Berliner S-Bahnhofs Ostkreuz Planungsunterlagen der Flughafengesellschaft in zwei Containern gefunden wurden, erstattete das Unternehmen Strafanzeige gegen Unbekannt. „Offensichtlich stammen die Akten aus einem Planungsbüro, das früher für die Flughafengesellschaft arbeitete“, heißt es in einer Pressemitteilung. Nach erster Einschätzung der Flughafengesellschaft liege in diesem Fall ein eklatanter Verstoß gegen vertragliche Pflichten und ein Bruch der Vertraulichkeit eines Vertragspartners der FBB vor.

„Der BER ist der schlagende Beweis dafür, dass der Satz „schlimmer gehts nimmer“ falsch ist“, sagte der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen im Potsdamer Landtag, Axel Vogel, gestern. „Vertrauliche Akten zur Selbstbedienung im Container und nun noch der – im übertragenen Sinne – Mann mit dem falschen Bart.“ Am BER tue sich ein neuer Abgrund auf, den Hartmut Mehdorn auf der Sitzung des Flughafen-Ausschusses am 3. Juli beantworten müsse.


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