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Einsturzgefahr : Denkmalpfleger schlagen Alarm

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Aufgrund knapper Mittel droht in Brandenburg der Einsturz weiterer Denkmale

svz.de von
erstellt am 30.Jan.2014 | 00:33 Uhr

Eines der ältesten Steinhäuser des Landes Brandenburg ist akut vom Einsturz bedroht. Zur Notsicherung des rund 700 Jahre alten, unter dem Namen „Altes Kloster“ bekannten Feldsteingebäudes in Niemegk (Kreis Potsdam-Mittelmark) seien rund 65 000 Euro erforderlich, sagte der Brandenburger Landeskonservator Thomas Drachenberg während der Jahrespressekonferenz des Landesamtes für Denkmalpflege gestern in Berlin. Die Stadt Niemegk habe zwar Interesse an einer Erhaltung des derzeit offenbar herrenlosen Gemäuers. Das 4800 Einwohner zählende Amt Niemegk befinde sich jedoch in einer Haushaltsnotlage, und sei nicht in der Lage, Geld dafür bereitzustellen.

Besonders gefährdet ist Drachenberg zufolge auch das mittelalterliche Brauhaus des Klosters in Himmelpfort (Landkreis Oberhavel). Das Gebäude, das Drachenberg zufolge „in einer Liga mit dem Kloster Chorin spielt“, brannte 2010 aus. Die Eigentümergemeinschaft des Gebäudes entschied sich jedoch, die von der Versicherung für den Wiederaufbau ausgezahlten Gelder nicht dafür zu verwenden. Das Oberverwaltungsgericht gab den Besitzern Recht: Ein Wiederaufbau des aus dem 14. Jahrhundert stammenden Gebäudes sei ihnen nicht zuzumuten. Nun ist ein Abrissantrag gestellt. Hier zeigt sich, so Drachenberg, dass das Land Brandenburg das einzige Flächenland in Deutschland sei, das nicht über einen Fördertopf zur Substanzerhaltung gefährdeter Denkmale verfüge. „Damit sind wir im bundesweiten Vergleich das Schlusslicht“, so der Landeskonservator. Er begrüßte die Initiative des Landtagsausschusses für Wissenschaft, Forschung und Kultur zur Errichtung einer Denkmalstiftung. „Da muss es jetzt weitergehen.“

Um mehr Reklame für Brandenburgs bedrohte Denkmale zu machen, hat das Landesamt kürzlich den „Denkmalbrowser“, eine bislang interne Datenbank, ins Internet gestellt. Darin sind alle 13 142 Denkmale im Land verzeichnet, und oft auch abgebildet. Anhand von Begriffen wie „Dorfkirche“ oder „Burg“ können sich Internetnutzer etwa alle Denkmale einer bestimmten Kategorie anzeigen lassen. Auch die Suche nach Orten, Straßen und Hausnummern ist möglich: Wer etwa eine Immobilie erwerben will, kann so feststellen, ob das Gebäude unter Denkmalschutz steht. „Wir werden die Datenbank etwa jedes Vierteljahr aktualisieren“, so Drachenberg. Selbst technische Denkmale, wie die im Spreewaldmuseum Lübben stehende Dampflokomotive der früheren Spreewaldbahn, sind in der Datenbank gelistet, und mit dem Suchbegriff „Lokomotive“ zu finden.



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