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Neue Studie : Demenz in der Mark auf dem Vormarsch

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Laut einer AOK-Studie ist jeder sechste Brandenburger über 60 betroffen

In Brandenburg erkranken immer mehr Menschen an Demenz. Laut aktuellem Pflegereport der AOK-Nordost ist jeder sechste Märker über 60 Jahren demenzkrank. 2011 war noch fast jeder achte AOK-Versicherte betroffen.

Nach Angaben der Krankenkasse, die für Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern zuständig ist, ist die Demenzquote der Generation 60plus in der Mark am stärksten gestiegen – von 12,9 Prozent 2011 auf 15,9 Prozent 2015. Die höchste Quote wurde für Müncheberg (Märkisch-Oderland) mit 32,5 Prozent ermittelt, die niedrigste mit 6,8 Prozent für Neuzelle (Oder-Spree). Insgesamt lag die Demenzquote im Nordosten zuletzt bei 14,6 Prozent – und ist in fünf Jahren um 1,8 Prozent gestiegen. Grundlage des Reports sind die Abrechnungen der Pflegeleistungen.

Die meisten Betroffenen in Brandenburg, rund 65 Prozent, werden zu Hause gepflegt. Gleichzeitig zeigt der Report, dass 2015 fast jeder dritte Demenzkranke (30,3 Prozent) noch keine Pflegestufe hatte. Mit der Neuregelung der Pflegestufen 2017 ist nach Einschätzung der Kasse mit einem deutlichen Anstieg der Demenzkranken mit Pflegegrad zu rechnen.

Zudem sei davon auszugehen, dass der Anteil Betroffener, die zu Hause gepflegt werden, weiter steigt. „Daraus ergibt sich eine große Herausforderung für pflegende Angehörige und Fachkräfte“, so Thomas Zahn, Geschäftsführer des Gesundheitswissenschaftlichen Instituts der AOK-Nordost. Nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Potsdam leben derzeit rund 55 000 Menschen in Brandenburg mit Demenz. Aufgrund der demografischen Entwicklung und der steigenden Lebenserwartung wird bis zum Jahr 2030 mit einem Anstieg auf 90 000 Betroffene gerechnet.

Seit Anfang vergangenen Jahres erhalten Demenzkranke und ihre Angehörigen im Land Brandenburg eine zusätzliche Unterstützung in einem Kompetenzzentrum. Trägerverein ist die Alzheimer-Gesellschaft. Die Betroffenen können sich in dem neuen Kompetenzzentrum Demenz in Potsdam (www.demenz-brandenburg.de) über Hilfsangebote informieren. Auch Ideen zur Hilfe durch Selbsthilfe werden dort vorgestellt. Zudem werden Schulungen für Angehörige organisiert.

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erstellt am 15.Apr.2017 | 05:00 Uhr

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