Deiche vor Härtetest

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14. August 2010, 01:57 Uhr

Cottbus/Potsdam | Die Deiche in der südbrandenburgischen Hochwasserregion müssen am Wochenende erneut eine Bewährungsprobe bestehen. An Neiße und Spree wenden bis Samstag wieder starke Regenfälle mit örtlich bis zu 30 Litern pro Quadratmeter erwartet, teilte der Deutsche Wetterdienst gestern mit. Derweil blieben die Pegelstände trotz Gewitterregens am Donnerstagabend unter der niedrigsten Alarmstufe 1. In den betroffenen Städten und Gemeinden gehen die Aufräumarbeiten weiter.

Allein in Cottbus waren am Donnerstagabend 25 Liter Niederschläge pro Quadratmeter gefallen, Schäden an den Deichen wurden jedoch nicht gemeldet. In der 15 Kilometer von der Stadt entfernten Talsperre Spremberg wird nach Angaben des Landesumweltamtes weiterhin etwas mehr Spreewasser abgelassen als aus Sachsen zufließt. Auf diese Weise soll der Stausee soweit abgesenkt werden, dass er die erwarteten Regenmengen aufnehmen kann.

Vorerst bleiben die gefährdeten Stellen an den Deichen in Guben, Cottbus und anderen Orten durch Sandsäcke gesichert. Die Hochwasserwelle der Spree läuft durch Cottbus und den Spreewald nach Berlin, wo sie jedoch kaum eine Wirkung hat. Dasselbe gilt für die Neiße, die bei Ratzdorf in die Oder mündet.

In der Stadt Guben werde weiter aufgeräumt, sagte der stellvertretende Bürgermeister Fred Mahro (CDU). Von der Neißeflut Betroffene füllten bisher vier Container mit ihren Sachen; zwei weitere Container stünden bereit. Es seien erneut Keller ausgepumpt und die Straßen gesäubert worden.

Von der Flut in Sachsen und Brandenburg seien mehrere zehntausend Kunden betroffen, teilte die Allianz Deutschland AG in München mit. Eine konkrete Schätzung der Schäden könne man aber erst in einigen Tagen abgeben. Die Sparkassen-Finanzgruppe rief zu Spenden für die Hochwasser-Opfer im Dreiländereck auf und hat nach eigenen Angaben 50 000 Euro bereitgestellt.

Die Situation im Hochwassergebiet der Lausitz könnte sich wieder verschlechtern, wenn die vorausgesagten Regengüsse in der Nacht zum Samstag auf die bereits vollgesogenen Böden treffen.

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