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Brandenburg

20. September 2017 | 07:43 Uhr

Das Land lockt Rückkehrwillige

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Regierung buhlt um Rückkehrer und setzt dabei auf dezentrale Initiativen, die gefördert werden sollen

Die Landesregierung will Initiativen für die Rückkehr weggezogener Brandenburger fördern. Dafür stünden in diesem und im kommenden Jahr jeweils 200  000 Euro zur Verfügung, sagte Staatskanzleichef Thomas Kralinski (SPD) gestern nach der Kabinettssitzung in Potsdam. Im Land gebe es derzeit rund 20 regionale Initiativen, die sich um Rückkehrwillige kümmern, sagte Kralinski. Sie können ab sofort Anträge stellen, um Fördergeld zum Beispiel für eine Internetseite oder Projekte zu erhalten. Voraussetzung: 20 Prozent müssen die Vereine und Gruppierungen selbst aufbringen.

Nach Angaben der Staatskanzlei haben seit 1990 mehr als 500 000 meist junge Menschen das Land verlassen, um in die alten Bundesländer zu gehen. Seit 2014 kämen aber wieder mehr Menschen aus dem Westen nach Brandenburg als Brandenburger wegzögen. Die aktuellsten Zahlen liegen erst für das Jahr 2015 vor: Damals betrug das Wanderungssaldo 1000 Menschen.

Unter den Rückkehrern seien auch viele Rentner, die ihren Lebensabend in der alten Heimat verbringen wollten, sagte Kralinski auf Nachfrage. Aber auch junge Menschen, die etwa im Westen ihre Ausbildung gemacht und erste Berufserfahrungen gesammelt hätten, würden häufiger zurückkommen. Hintergrund sei die fundamental verbesserte Wirtschaftslage. Die Rückkehrer seien auch angesichts des Fachkräftemangels wichtig. Besonders hoch sei die Zahl der Rückkehrer in den berlinfernen Regionen.

Eine gezielte Werbung um Rückkehrwillige im Westen plant das Land nicht. In Dortmund für die Uckermark oder die Lausitz zu werben, sei nicht gezielt genug, sagte Kralinski. Stattdessen habe aber eine der Initiativen in Brandenburg selbst zwischen Weihnachten und Neujahr um Rückkehrer geworben - und damit speziell Weggezogene angesprochen, die zwischen den Feiertagen bei ihren Familien zu Besuch waren.  

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