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Gesundheit : Das Krebsregister kommt später

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Manchmal mahlen die Mühlen der Verwaltung langsamer als gedacht: Mit voraussichtlich einem halben Jahr Verspätung soll das gemeinsame Krebsregister Berlin-Brandenburg an den Start gehen.

Der Start des gemeinsamen Krebsregisters von Berlin und Brandenburg verzögert sich. Ursprünglich war er für Januar 2016 geplant. Die Abstimmungen zum Staatsvertrag haben nach Angaben des Brandenburger Gesundheitsministeriums aber einen längeren Zeitraum in Anspruch genommen.

Im Frühjahr solle das Papier demnach in den Kabinetten besprochen und danach den Landesparlamenten vorgelegt werden. Voraussichtlich im Juli 2016 starte das neue Register, hieß es.

Um den Zeitraum bis Ende Juni 2016 zu überbrücken, verständigten sich auf Brandenburger Seite jetzt das Krebsregister, die Krankenkassen und das Gesundheitsministerium auf eine Überbrückungsfinanzierung.

Vor einem Jahr hatten sich Berlin und Brandenburg zur besseren Bekämpfung von Krebs auf ein gemeinsames Register verständigt. Darin sollen künftig Informationen zu Krebsdiagnosen, Behandlungen und Nachsorge aus beiden Bundesländern gesammelt und ausgewertet werden.

Dabei geht es neben der Qualität der Therapien auch um die Überlebenszeiten der Patienten, ihre tumorfreie Zeit, Rückfälle und Lebensqualität.

Brandenburg hat bereits seit 1995 ein flächendeckendes klinisches Krebsregister, Berlin bisher nicht. Alle Bundesländer sind zum Aufbau eines solchen Registers verpflichtet.

Krebs ist in Deutschland die immer noch zweithäufigste Todesursache nach Herz-Kreislauf-Erkrankungen. In Berlin erkranken pro Jahr rund 17 400 Menschen neu an Krebs, rund 8800 sterben jedes Jahr an den Folgen. In Brandenburg bekommen jährlich rund 15 400 Menschen die Neudiagnose Krebs, etwa 7800 sterben.

Die häufigsten Krebsarten mit Todesfolge sind nach Angaben der Senatsverwaltung Erkrankungen der Verdauungsorgane, danach folgen bei Männern Lungen- und Bronchialkrebs und bei Frauen Brustkrebserkrankungen. Dank verbesserter Diagnose- und Therapieverfahren lebte heute rund 60 Prozent aller Krebspatienten nach der Diagnose noch mindestens fünf Jahre. Noch vor 20 Jahren war es nur ein Drittel.

Georg-Stefan Russew

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