Schwerpunkt Rechtschreibung : Das Diktat kehrt zurück

Diktate und die Rechtsschreibung spielen wieder eine größere Rolle.
Diktate und die Rechtsschreibung spielen wieder eine größere Rolle.

Rechtschreibung soll wieder in allen Fächern kontrolliert werden / Mehr Lehrer für gemeinsames Lernen

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06. August 2019, 05:00 Uhr

Das neue Schuljahrkönnte unter der Überschrift „richtig schreiben“ stehen. Nachdem fast die Hälfte der Brandenburger Grundschüler in vergangenen Tests nicht die Regelstandards Rechtschreibung erfüllten, soll in allen Fächern geschrieben und korrigiert werden. Ein Fünf-Punkte-Programm, das im vergangenen Jahr erarbeitet wurde, wird nun in allen Klassen wirksam, kündigte Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) an.

Vorgesehen sind Überprüfungen über die Grundschule hinaus. In den Klassen 7 bis 10 wird mindestens eine Klassenarbeit zum Schwerpunkt Rechtschreibkompetenz gefordert. In Englisch haben sich die Brandenburger Schüler in den vergangenen Jahren zwar verbessert. Aber dort und in Mathematik sieht die Ministerin weiterhin Nachholbedarf.

In Zusammenarbeit mit dem Hasso-Plattner-Institut startet an 54 Schulen die Schul-Cloud. Ziel ist es, ein System zu schaffen, mit dem Lehrer und Schüler immer und von überall auf Lehrmaterial zugreifen können – mit Rechnern, Tablets und dem Handy. An dem Versuch beteiligen sich mehrere Schulen aus Märkisch-Oderland, Oder-Spree und Oberhavel. In Ostprignitz-Ruppin macht die Prinz-von-Homburg-Gesamtschule in Neustadt/Dosse mit, in der Uckermark die Diesterweg-Grundschule und in Frankfurt (Oder) das Gauß-Gymnasium. Schulen aus dem Barnim beteiligen sich nicht.

Mit Beginn des Schuljahres startet an weiteren 30 Schulen in öffentlicher Trägerschaft das „gemeinsame Lernen“  – eine Umschreibung des früher benutzten Begriffes „Inklusion“. Damit erhöht sich die Zahl der Schulen mit besonderen Förderangeboten auf 218, das entspricht rund einem Drittel aller öffentlichen Schulen. Die neuen Schulen erhalten 54 zusätzliche Lehrkräfte.

Lerngruppe plus nennt sich ein Angebot vor allem an verhaltensauffällige Schüler. In jedem Landkreis und den kreisfreien Städten wird mindestens eine solche Lerngruppe mit speziellem sonderpädagogisch qualifizierten Personal eingerichtet. Dort soll nachmittags mehrmals pro Woche Training stattfinden und Elternberatungen durchgeführt werden. Dazu arbeiten Schulamt und Jugendamt zusammen.

Neu eingeführt wird auch eine landesweit einheitliche Statistik zur Erfassung von Schulpflichtverletzungen, umgangssprachlich Schulschwänzen. Damit soll das Schulamt früher auf die sogenannte Schulverdrossenheit reagieren können und ein drohender Schulabbruch verhindert werden.

Britta Ernst sprach von einer Stabilisierung der Brandenburger Bildungslandschaft. Die Zahl der Schüler erhöhte sich von 287 890 vor einem Jahr auf 292 000. 20 900 Personen sind im öffentlichen Schuldienst als Lehrkräfte beschäftigt, rund 650 mehr als im August 2018.

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