Großveranstaltungen : Corona: Brandenburg knackt 3500er-Marke

In Passow wurde im vergangenen Jahr mit der Ernteprinzessin Kerstin Unger (r.) in einem Festwagen gefeiert.
In Passow wurde im vergangenen Jahr mit der Ernteprinzessin Kerstin Unger (r.) in einem Festwagen gefeiert.

Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bleiben im Land bis Ende Oktober untersagt

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08. Juli 2020, 05:00 Uhr

Seit Beginn der Corona-Pandemie haben sich im Land mehr als 3500 Menschen mit dem Coronavirus angesteckt. Am Dienstag kletterte die Zählung um zwei Fälle auf 3501, teilte das Potsdamer Gesundheitsministerium mit. Von den Infizierten sind 3230 wieder genesen. 172 Menschen starben am Coronavirus. Derzeit sind noch rund 100 Menschen im Land akut am Coronavirus erkrankt. Die meisten Fälle gab es mit 650 in Potsdam und 586 in Potsdam-Mittelmark. Hier spielte der große Ausbruch im Ernst-von-Bergmann-Klinikum eine wesentliche Rolle. Die Prignitz mit nur 31 Corona-Fällen und die kreisfreie Stadt Frankfurt (Oder) mit 33 sind die Regionen mit den wenigsten Erkrankungen im Land. In der Uckermark gab es 45 Corona-Fälle.

Angesichts der andauernden Pandemie entschied das Potsdamer Kabinett am Dienstag, das Verbot von Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern bis Ende Oktober aufrecht zu halten. Bereits im Mai hatte die Landesregierung dafür votiert, das Landeserntefest in Wulkow (Ostprignitz-Ruppin) um ein Jahr zu verschieben. Großereignisse wie das Sommerfest der Landesregierung waren abgesagt worden. Statt des Volksfestes zum 30. Jahrestag der Deutschen Einheit am 3. Oktober in Potsdam gibt es eine über die Stadt verteilte Ausstellung.

„Die Pandemie ist noch nicht vorbei“, sagte Gesundheitsstaatssekretärin Anna Heyer-Stuffer (Grüne). „Die Zahl der Neuinfektionen ist dank der Eindämmungsmaßnahmen und des disziplinierten Verhaltens der Bürgerinnen und Bürger auf einem niedrigen Niveau.“ Damit das so bleibe, müssen man weiter „achtsam und solidarisch“ sein. „Bei Großveranstaltungen mit Tausenden Personen werden erfahrungsgemäß Abstands- und Hygieneregeln nicht beachtet“, so Heyer-Stuffer. Das Infektionsrisiko sei dort deshalb besonders hoch.

Enttäuscht reagierte der Vorsitzende des Brandenburger Schaustellerverbands „Sanssouci“, Thomas Müller. „Für uns ist das eine Katastrophe“, sagte er dieser Zeitung. „Wir haben in diesem Jahr noch keine Veranstaltung durchführen können.“ Im Herbst wäre Erntefest-Saison gewesen, doch inzwischen würden im Land schon erste Weihnachtsmärkte abgesagt, sagt der Schausteller aus Frankfurt (Oder). „Finanziell wird es einige Kollegen hart erwischen, weil wir seit dem Weihnachtsmarkt keine Einnahmen haben“, so Müller. Auch wenn bei kleinen Veranstaltungen ein Kinderkarussell aufgestellt werde, „mit Abstand ist ein Volksfest einfach kein Volksfest“.

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