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Brandenburg : Christoffers schickt Staatssekretär aufs Abstellgleis

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Am 1. Februar wechselt Henning Heidemanns ins Innenministerium

Gerade einmal einen Tag war er an seinem Arbeitsplatz: Wirtschaftsstaatssekretär Henning Heidemanns wird am 1. Februar ins Innenministerium wechseln und dort als „Beauftragter des Ministers für Open Government Data“ tätig sein. Das teilte Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers gestern den Beschäftigten des Wirtschaftsministeriums auf einer Personalversammlung mit.

Damit hat Christoffers einen vorläufigen Schlussstrich unter einen Streit gesetzt, der die Arbeit im Ministerium seit Monaten belastet: Denn das Verhältnis zwischen ihm und dem parteilosen Staatssekretär galt in Potsdam schon lange als zerrüttet. Ein Versuch, ihn im September in den einstweiligen Ruhestand zu schicken, scheiterte am Veto von Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD): Der neue Landesvater wollte zu seinem Amtsantritt nicht als erstes einen Spitzenbeamten mit fortlaufenden Bezügen auf die heimische Couch schicken.

Doch Heidemanns war mehrere Monate lang krank geschrieben, und Anfang der Woche hatten Gerüchte die Runde gemacht, wonach Christoffers dem Politiker geraten haben soll, sich bis zum Ende der Legislaturperiode krank zu melden. Dazu kam, dass Heidemanns geheiratet hatte: Seine Gattin war ihm als Abteilungsleiterin direkt unterstellt. Nun hat die Landesregierung zumindest eine kostenneutrale Lösung gefunden: Der Posten wird nicht nachbesetzt. Bis zur Landtagswahl wird so wie in der Zeit der Krankheit von Heidemanns der Leiter der Abteilung für Wirtschafts- und Energiepolitik, Carsten Enneper, die Aufgaben des Staatssekretärs vertreten.

„Die Landesregierung hat von der Flughafengesellschaft offenbar gelernt, wie man Entsorgungsposten schafft“, sagte der Fraktionsvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Axel Vogel, gegenüber der Rundschau. So wie der frühere Technikgeschäftsführer Horst Amann zum „Gullybeauftragten“, so Vogel wörtlich, geworden sei, werde auch Heidemanns einen Posten erhalten, der vermutlich „ohne Unterbau“ geschaffen wurde. „Bezahlung und Tätigkeit stehen in keinem Verhältnis zueinander, aber besser als Nichtstun ist es allemal.“


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