Auto-Ausleihe : Carsharing noch nicht verbreitet

Ein junger Mann sitzt in Berlin in einem Mietwagen des Unternehmens Drive Now. Carsharing - ist in Brandenburg bisher nur in wenigen Orten verbreitet.
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Ein junger Mann sitzt in Berlin in einem Mietwagen des Unternehmens Drive Now. Carsharing - ist in Brandenburg bisher nur in wenigen Orten verbreitet.

In Brandenburg bislang nur in Potsdam, Frankfurt (Oder) und Schwedt möglich

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09. Januar 2018, 05:00 Uhr

Carsharing, das Ausleihen von Autos auch für kurze Strecken, ist in Brandenburg bisher nur wenig verbreitet. Den Service gibt es lediglich in Potsdam, Frankfurt (Oder) und Schwedt, wie eine Umfrage ergab. „Von uns gibt es bisher kein Angebot in Brandenburg“, sagte ein Sprecher des Carsharing-Anbieters „Drive Now“ in München. Es sei auch künftig nichts in dieser Richtung geplant. Nach Auskunft des Bundesverbands Carsharing in Berlin gibt es Carsharing-Anbieter gerade mal in drei brandenburgischen Städten.

Dass vor allem gewerbliche Anbieter kaum im Land vertreten sind, liegt laut Verbandssprecher Gunnar Nehrke auch daran, dass das Phänomen eher in den westlichen Bundesländern verbreitet ist, wo der Trend vor einigen Jahren gestartet sei. „Dort gab es damals eine Fülle privater Initiativen, die die Keimzelle für spätere Unternehmen bildeten“, so der Sprecher. Darüber hinaus seien für die Anbieter eher Ballungsräume ab 500 000 Einwohnern interessant. Das betreffe in der Region das Zentrum Berlins. Die Randgebiete blieben schon außen vor. „Carsharing wird dann für Kunden und Anbieter attraktiv, wenn ein gutes und dichtes Nahverkehrsangebot vorhanden ist“, sagte Nehrke.

Ansonsten sei das eigene Auto für viele die bessere Alternative, insbesondere im ländlichen Raum. Entscheidend sei, inwieweit sich Kommunen oder Betriebe für solche Projekte engagierten. In Brandenburg (Havel) gibt es nach Auskunft einer Stadtsprecherin bisher noch kein Carsharing-Angebot. Das wolle man aber in Zukunft durch Gewinnung gewerblicher Betreiber sowie Stärkung privater Initiativen möglich machen.

Dass private Carsharing-Initiativen im Land Erfolg haben können, beweist das Projekt „Stadtteilauto“ in Potsdam. Joos van den Dool hatte es 2013 in der Brandenburger Vorstadt ins Leben gerufen. Aus damals zehn Mitgliedern und drei Autos sind inzwischen 400 Haushalte und zwölf Fahrzeuge geworden. „Wir entschärfen damit auch die teils prekäre Parkplatzsituation und stärken die Gemeinschaft“, zeigte sich van den Dool zufrieden.

„Stadtteilauto“ basiere vor allem auf Vertrauen. Über das Internet meldeten sich die Nutzer an. Vor der ersten Fahrt werde ein Vertrag unterzeichnet, für die gefahrenen Kilometer eine Pauschale fällig. Versicherungstechnisch sei das kein Problem, es habe bisher auch noch nie Schäden gegeben. „Wir treffen uns sogar regelmäßig zum ,Kühlerhaubenfrühstück’“, sagte der Initiator. Dabei seien neben gemütlichem Beisammensein auch Probefahrten möglich. Die Touren mit geliehenen Autos reichten vom Kurztrip zum Baumarkt bis hin zur mehrwöchigen Urlaubsreise in die Berge. Daneben gibt es in der Landeshauptstadt noch mehrere gewerbliche Carsharing-Anbieter.

Seit drei Jahren bietet auch das Autohaus Henseler in Schwedt/Oder (Uckermark) einen Carsharingservice an. „Wir hatten das mal für Reisende ins Leben gerufen, die geschäftlich in Schwedt zu tun haben“, blickte Mitarbeiterin Martina Henseler zurück. Mittlerweile würden die drei Fahrzeuge, die an unterschiedlichen Standorten in der Stadt zur Verfügung stehen, eher von Privatleuten genutzt. Obwohl das Autohaus damit eine kleine Marktlücke in Schwedt gefüllt hat, ist bei der Nutzung aber noch Luft nach oben, so Henseler. In Frankfurt (Oder) bietet „app2drive“ Autos an.

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