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Fernbusverkehr : Busfahrer werden händeringend gesucht

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Die Omnibusunternehmen in Brandenburg machen gute Geschäfte – doch es fehlen Fahrzeugführer.

Der seit Jahresanfang bundesweit liberalisierte Fernbusverkehr hat den Brandenburger Omnibusunternehmen viele neue Aufträge gebracht. „Wir mussten uns aber auch neu orientieren“, sagte Ulrich Mehlmann, Präsident des Brandenburger Omnibusverbandes. Neue Busse wurden angeschafft. Doch zunehmend werden Fahrer rar. „Wir suchen händeringend Mitarbeiter.“ Bislang waren die Brandenburger Busse meist im öffentlichen Personennahverkehr im Land unterwegs. Nun kamen Fernstrecken hinzu.

Hauptsächlich sind es Nürnberg und Hamburg, die regelmäßig zum Teil mehrmals täglich angefahren werden. Nach einer Umfrage im Auftrag des Meinungsforschungsinstitut YouGov hat seit Jahresanfang jeder achte Deutsche schon einmal einen Fernbus benutzt – statt Züge der Bahn. Vor einem Jahr war es nur jeder Zwanzigste. „Zunächst mussten die Fuhrparke aufgestockt werden“, sagte Mehlmann.


Viel Geld wurde investiert


Zu dem Bestand von rund 1800 Bussen kamen etwa 300 neue moderne Fahrzeuge hinzu. „Das war eine Investition von etwa 12 Millionen Euro, die in den Firmen über Kredite oder Leasingverträge gestemmt werden muss“, sagte der Präsident. Sein Verband vertritt knapp 40 Unternehmen im Land, die durchschnittlich sechs bis acht Mitarbeiter haben. Insgesamt gehören zur Branche in Brandenburg etwa 200 Firmen. Viele davon haben nur einen Kleinbus.

Angesichts der hohen Investitionen – ein Fahrzeug kostet um die 400 000 Euro - gebe es für die Firmen nur einen Auftrag zur Refinanzierung, sagte Mehlmann: „Der Bus muss auf der Straße fahren.“ Da Lenk- und Ruhezeiten einzuhalten seien, werden Fahrer bereits knapp. In Brandenburg könnten sofort etwa 30 bis 40 Mitarbeiter eingestellt werden.

Offenbar wolle niemand mehr Busfahrer werden, beklagte der Verbandschef. Auf Jobmessen sei bislang ohne allzu großen Erfolg für den Berufsstand geworben worden. Gerade auf Fernstecken lerne man die Welt kennen, warb er. Für Arbeitslose werde die Ausbildung zudem vom Jobcenter gefördert.

 

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