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Gesundheitsreport : Bundesweit höchster Krankenstand

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Der Krankenstand in Brandenburg hat den höchsten Wert seit 16 Jahren erreicht. Vor allem Rückenleiden sorgten für Fehlzeiten

Brandenburg hat nach Erkenntnissen der Krankenkasse DAK-Gesundheit bundesweit den höchsten Krankenstand. Das geht aus dem aktuellen Gesundheitsreport der Kasse hervor, der gestern in Potsdam vorgelegt wurde. Demnach erreichte der Krankenstand in Brandenburg im Vorjahr mit 5,2 Prozent den höchsten Wert seit 16 Jahren. Bundesweit lag er bei 4,1 Prozent.

Für die Analyse wurden die Daten der rund 120 000 erwerbstätigen DAK-Mitglieder in Brandenburg ausgewertet. Eine Quote von 5,2 Prozent bedeutet, dass 2015 von 1000 Erwerbstätigen durchschnittlich pro Tag 52 krankgeschrieben waren.

Für die meisten Ausfalltage waren mit rund 23 Prozent Muskel-Skelett-Erkrankungen wie etwa Rückenleiden verantwortlich, wie die Kasse berichtete. Atemwegserkrankungen liegen auf Platz zwei mit 14,5 Prozent. Hier gab es durch eine starke Erkältungswelle einen Anstieg um 26 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Auf Platz drei folgten die psychischen Erkrankungen mit 17 Prozent.

Im Vergleich von Frauen und Männern zeigen sich große Unterschiede, wie ein Sprecher berichtete. Frauen fehlen häufiger, fallen aber kürzer aus. Ein Erkrankungsfall dauert bei ihnen im Durchschnitt 12,7 Tage, bei den Männern 13. Insgesamt ist ihr Krankenstand um 20 Prozent höher. Von 1000 erwerbstätigen Frauen fehlten 2015 im Durchschnitt pro Tag 57 bei der Arbeit, bei Männern waren es 47.

Erwerbstätige Männer in Brandenburg leiden deutlich häufiger als Frauen unter Herz-Kreislauf-Problemen ( 68 Prozent mehr Fehltage) und sind öfter von Verletzungen betroffen ( 64 Prozent mehr Fehltage). Frauen in Brandenburg haben hingegen 133 Prozent mehr Fehltage wegen psychischer Erkrankungen.

Ein Teil des Unterschieds bei den Fehltagen lässt sich laut DAK durch den unterschiedlichen Umgang von Männern und Frauen mit Krankheit erklären. Berufstätige Männer in Brandenburg besuchen im Durchschnitt nur viermal pro Jahr einen Arzt. Berufstätige Frauen hingegen sind etwa siebenmal in ärztlicher Behandlung. Selbst wenn man Vorsorgeuntersuchungen und schwangerschaftsbedingte Behandlungen nicht einrechnet, sind Männer weitaus seltener beim Arzt.

Frauen engagieren sich beruflich sehr und gaben bei der Befragung im Rahmen des DAK-Reports an, häufig auch krank zur Arbeit zu gehen. Experten sprechen von Präsentismus: In Brandenburg gaben 70 Prozent der Frauen bei der DAK-Befragung an, 2015 mindestens einmal krank bei der Arbeit gewesen zu sein. Von den Männern sagten das 63 Prozent. Hauptgründe für Präsentismus sind meist, die Kollegen nicht hängen lassen zu wollen sowie die Arbeit fertig bekommen zu müssen.

Die Branche mit dem höchsten Krankenstand in Brandenburg war 2015 mit 5,7 Prozent das verarbeitende Gewerbe. Auch in der öffentlichen Verwaltung und im Gesundheitswesen lag der Krankenstand deutlich über dem Durchschnitt. Dort wurden jeweils 5,6 Prozent gemessen. Den niedrigsten Krankenstand hatte der Wirtschaftszweig Rechtsberatung mit vier Prozent.

Christof Bock

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