Brandenburg wird 25 : Bürgerfest zum Landesjubiläum

In Potsdam wird bereits für das Bürgerfest am Landtag geworben.
In Potsdam wird bereits für das Bürgerfest am Landtag geworben.

Fast ohne Opposition / Land lässt sich Spektakel rund 200 000 Euro kosten

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21. September 2015, 15:46 Uhr

Das Land Brandenburg wird 25 Jahre alt – und fast alle feiern mit: Am 26. September soll rund um das Potsdamer Parlamentsgebäude ein großes Bürgerfest stattfinden, bei dem sich rund um den Landtag auf zwei Bühnen Politiker und Prominente, Künstler und Showacts präsentieren. Das Parlament wird für Besucher geöffnet sein, Ministerien, Institutionen, Medien und Verbände präsentieren sich der Öffentlichkeit. Das Partnerland Nordrhein-Westfalen und das Nachbarland Polen stellen sich vor. Ein Oldtimer-Shuttle-Bus wird Besucher in die Staatskanzlei fahren, wo ebenfalls ein Tag der offenen Tür stattfindet.
„Wir haben in 25 Jahren ein Land aufgebaut, in dem es sich sehr gut leben lässt“, sagt Landtagspräsidentin Britta Stark (SPD). „Das ist auch die Botschaft unseres Bürgerfests, das ein großes Fest für die Demokratie werden soll.“ Allerdings liegt im offiziell angekündigten Bühnenprogramm ein großer Schwerpunkt auf dem Regierungslager: Auf der Bühne am Neuen Lustgarten werden sechs Minister interviewt, zudem wird Ministerpräsident Dietmar Woidke den Preis für die Ehrenamtlerin des Monats überreichen.

Oppositionsvertreter kommen dort nicht vor. Und auf der Bühne am Alten Markt sind zwar Gesprächsrunden mit Politikern angekündigt, aber selbst Landtagsvizepräsident Dieter Dombrowski (CDU) wird im offiziellen Programm nicht namentlich erwähnt. „Die Bühne am Lustgarten ist die Bühne der Landesregierung“, erklärt Stark am Montag auf Nachfragen von Medienvertretern in Potsdam. „Wir laden aber alle ein, dabei zu sein.“ So werde es auch Informationsstände von CDU, AfD, Grünen und Freien Wählern im Innenhof des Landtags geben.

Ebenfalls auf dem Bürgerfest präsentiert sich der Landesrechnungshof: Die obersten Finanzprüfer des Landes werden über ihre Arbeit informieren und zeigen, „dass die Tätigkeit der Prüfbehörde nicht nur in Schreibtischarbeit besteht.“ Und wer während des Bürgerfests den Rechnungsprüfern einen Fall von Steuergeldverschwendung melden will, wird dazu Gelegenheit haben. „Schon heute möchte ich den Bürgern danken, die dem Landesrechnungshof seit seinem Bestehen Hinweise zum sparsamen Umgang mit Steuergeldern gegeben haben“, sagte Rechnungshofspräsident Christoph Weiser. „Sie haben sich um unser demokratisches Gemeinwesen verdient gemacht.“

Brandenburg lässt sich sein Bürgerfest rund 200 000 Euro kosten. Ein Teil der Summe wird über Sponsoren wieder hereingeholt, darunter sei Vattenfall, teilte Landtagspräsidentin Britta Stark am Montag mit. Sie rechnet am Samstag rund um das Stadtschloss mit Tausenden Besuchern. In 25 Themenbildern soll die Geschichte des Landes auf dem Fest nachgezeichnet werden. Ob nur Erfolgsgeschichten präsentiert werden sollen oder auch Tiefschläge, ließ Stark offen. Auch Asylbewerber seien eingeladen worden, sagte die Landtagspräsidentin. Stark.

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