Ausweise : Bürgerämter rechnen mit Ansturm

Demnächst laufen wieder viele Personalausweise ab.
Foto:
Demnächst laufen wieder viele Personalausweise ab.

Viele ehemalige DDR-Bürger benötigen 2015 neue Personalausweise. Längere Wartezeiten sind möglich.

svz.de von
03. Juli 2014, 07:07 Uhr

Brandenburgs Bürgerämter rechnen bis ins kommende Jahr erneut mit einer erhöhten Nachfrage nach Personalausweisen. Dass sich aber die Anträge wie vor zehn Jahren türmen, glauben die Beamten nicht.

2005 liefen die neuen Pässe ehemaliger DDR-Bürger erstmalig ab. Deren DDR-Ausweise waren Ende 1995 ungültig geworden. Die Personalausweise müssen nach zehn Jahren erneuert werden. Um Wartezeiten für 2015 zu vermeiden, empfehlen die Ämter den Bürgern, online einen Termin zu buchen.


Wittenberge ähnlich entspannt wie Potsdam


In Wittenberge sieht man der Situation ruhig entgegen. „Wir werden wohl ein paar mehr Anträge haben“, sagte Gert Mattick, Sachbearbeiter im Bürgerbüro. Auf lange Wartezeiten müssten sich Bürger jedoch nicht einstellen – „vielleicht mal zehn Minuten“.

Jan Brunzlow, Pressesprecher der Stadt Potsdam, sagte: „Wir gehen davon aus, dass wir den Andrang bei uns nicht so sehr spüren werden.“ Zwar erwarte man mehr Anträge, jedoch nicht in dem Ausmaß wie noch 2005 oder in den 1990ern. Hauptgrund dafür sei die Einführung des neuen Personalausweises im Scheckkartenformat im Jahr 2010. „Kurz zuvor haben viele noch mal einen alten Ausweis beantragt, weil sie keine Karte mit Chip haben wollten.“

Das Bürgerbüro Frankfurt (Oder) rechne für 2015 mit rund 9000 Anträgen, teilte ein Sprecher der Stadt mit. Das bedeute ein „erhöhtes Arbeitsaufkommen, aber keinen Stau wie 2005“, hieß es.

Auch Cottbus kalkuliert im kommenden Jahr mit einem erhöhten Kundenandrang. Dann liefen für rund 14 000 Bürger die Personalausweise ab, teilte die Stadtverwaltung mit. Auf der Webseite der Stadt gebe es Informationen über voraussichtliche Wartezeiten. Cottbuser könnten dort zudem bis zu drei Monate im Voraus einen Termin vereinbaren.

Prenzlau geht bis Ende 2014 noch von 1400 neuen Anträgen aus. 2015 erwarte das Bürgeramt dann mehr als 4000 Anträge, teilte Sprecherin Alexandra Martinot mit. Probleme werde es trotz des erhöhten Andrangs wohl nicht geben. Schon die letzte Umtauschwelle in der 19 000 Einwohner starken Kreisstadt sei problemlos verlaufen. Martinot gab lediglich zu bedenken: „Wartezeiten von 10 bis 45 Minuten sind sicherlich in Kauf zu nehmen.“

Um Wartezeiten zu verkürzen, empfiehlt auch der Sprecher der Stadt Potsdam die Nutzung der Online-Terminvergabe. Die Landeshauptstadt verzeichne ohnehin einen sehr starken Zuzug. Daher habe man den Bürgerservice und die Öffnungszeiten schon seit Jahren ausgeweitet. Auch samstags könne man einen Termin bekommen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen