Müllproblem in Parks : Brandenburger zieht es ins Freie

Eine Mund-Nasen-Maske liegt auf einer Wiese in einem Park von Fürstenberg an der Havel. Viele Brandenburger zieht es wegen der Corona-Regelungen ins Freie - mit Folgen für das Müllaufkommen in öffentlichen Parks und auf Plätzen.
Eine Mund-Nasen-Maske liegt auf einer Wiese in einem Park von Fürstenberg an der Havel. Viele Brandenburger zieht es wegen der Corona-Regelungen ins Freie - mit Folgen für das Müllaufkommen in öffentlichen Parks und auf Plätzen.

Aufgrund der Corona-Krise verbringen Brandenburger ihre Aktivitäten an der frischen Luft. In Parks verstärkt sich dadurch das Müllproblem.

von
25. August 2020, 05:00 Uhr

Weil viele Brandenburger wegen der Corona-Regelungen ihre Aktivitäten nach draußen verlegen, erhöht sich das Müllaufkommen in öffentlichen Parks und auf Plätzen. Das ergab eine Umfrage der Deutschen Presse-Agentur. „Die Müllmengen sind in nahezu all unseren Park- und Gartenanlagen in Potsdam, Brandenburg an der Havel und Berlin gegenüber den Vorjahren teilweise um bis zu 30 Prozent gestiegen“, sagt Frank Kallensee, Sprecher der Stiftung Preußische Schlösser und Gärten. Das sei auch auf die coronabedingte zeitweise Sperrung und Schließung von kommunalen Park- und Grünanlagen sowie gastronomischen Einrichtungen zurückzuführen gewesen, so Kallensee weiter.


Entsorgungstaktung verdichtet

Meist seien mitgebrachte Speisen verzehrt worden. „Die meist sperrigen Verpackungen füllten sehr schnell die Mülleimer und ließen diese überquellen“, berichtet der Sprecher. Häufig sei Müll inklusive Pfandflaschen auf Wiesen und Wegen liegen geblieben. Entsprechend habe die Stiftung die Entsorgungstaktung verdichtet. „Die Müllbeseitigung gehört aber nicht zum Kerngeschäft von Gärtnern“, betont Frank Kallensee. Die dafür aufgewendete Zeit und Arbeitskraft fehle bei der Erfüllung der eigentlichen Pflegeaufgaben.

Dazu kämen die Kosten für die Müllentsorgung. Im Neuen Garten in Potsdam verursacht die Müllbeseitigung dem Sprecher zufolge allein im Bereich des ausgewiesenen Badebereiches zwischen Grünem Haus und Hasengraben jährlich mehr als 20 000 Euro, Tendenz steigend. „Allein im Monat Mai 2020 mussten hier rund 15 Kubikmeter Müll für 4236,53 Euro entsorgt werden“, sagt Frank Kallensee.


In Potsdam mehr als 900 öffentliche Abfallbehälter

Auch die Stadt Potsdam hat die Müllentsorgung entsprechend angepasst. „Durch die verstärkte Nutzung der Grünflächen, Plätze und Uferwege entsteht auch mehr Abfall, der in mehr als 900 öffentlichen Abfallbehältern entsorgt werden kann. Der Leerungsturnus ist seit Mai erhöht worden“, sagt Stadtsprecher Markus Klier. Zudem kontrollierten Mitarbeiter des Ordnungsamtes regelmäßig, ob Abstands- und Hygieneregeln eingehalten werden. „Bisher wurden festgestellte Verstöße sofort vor Ort angesprochen“, sagt der Sprecher.


Auch Hausmüll in öffentlichen Mülleimern

In Oranienburg (Oberhavel) stellen die Behörden kaum Verstöße fest. Laut Stadtsprecherin Eike-Kristin Fehlauer verhalten sich die Bürger sehr „verantwortungsvoll und diszipliniert“. Auch die öffentlichen Mülleimer seien nicht voller als vor der Corona-Krise. „In der Hochzeit der Krise waren die Mülleimer eher etwas leerer“, bemerkt die Sprecherin. Allerdings würden viele öffentliche Mülleimer ärgerlicherweise nach wie vor zum überwiegenden Teil mit privatem Hausmüll gefüllt.

Das stellt auch die Verwaltung der Stadt Herzberg (Elbe-Elster) fest. „Die Aufklärungsquote ist aber gering“, sagt Silvio Blumberg vom Ordnungsamt. Während der Stadtpark im Sommer traditionell Aufenthaltsort vieler meist jüngerer Menschen sei und dort das Müllaufkommen gleich geblieben sei, stelle seine Behörde verstärkt illegale Müllentsorgung in Waldstücken fest. „Das war vor allem aufgefallen, als der Recyclinghof wegen Corona geschlossen war“, berichtet Silvio Blumberg.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
Was bewegt die Schüler ab Klasse 5 bis hinauf in die Gymnasien und Berufsschulen unseres Landes? Was passiert in ihrem Umfeld, in Deutschland und der Welt? Wie können seriöse Nachrichten von Fake News unterschieden werden?
Die Schweriner Volkszeitung und die Norddeutschen Neuesten Nachrichten bieten den Schülern die aktuellsten Berichte, liefern in einem speziellen Dossierbereich "Diskussionsstoff" für den Unterricht und möchten mit ihnen in Austausch kommen.
 
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen