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Brandenburg

23. Oktober 2017 | 02:36 Uhr

Brandenburger wirken in Parteien

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Verschiedene Faktoren beeinflussen die Mitgliederentwicklung / In Brandenburg sind die Auswirkungen selten eindeutig

Mehr als 20 000 Brandenburger engagieren sich in Parteien – und mit dem Bundestagswahlkampf könnte die Zahl in den kommenden Monaten weiter steigen. Die meisten Mitglieder haben mit Abstand die drei großen Parteien Linke, SPD und CDU mit jeweils rund 6000 Anhängern, wie eine dpa-Umfrage ergab. Einen besonders starken Zuwachs verbuchte 2016 die AfD, deren Mitgliederzahl von gut 700 auf mehr als 1000 anstieg. Die Rechtspopulisten rangieren damit auf dem Niveau von Grünen und FDP.

Die in Brandenburg den Ministerpräsidenten stellende SPD konnte die Zahl ihrer Mitglieder im Vorjahr leicht steigern. Derzeit seien es 6040, zum Jahresabschluss 2015 waren es noch 6007, wie der stellvertretende Geschäftsführer Matthias Beigel sagte. Nach der Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten habe es eine Zunahme an neuen Mitgliedern gegeben. „Die Zahl der Neueintritte lag im November doppelt so hoch wie in durchschnittlichen Monaten.“

Die mitregierende Linkspartei musste dagegen angesichts des hohen Durchschnittsalters ihrer Mitglieder einen Rückgang verbuchen: Die Zahl sank nach Angaben von Sprecherin Anja Mayer von mehr als 6600 auf 6220 zum Jahresende. Trotzdem seien vermehrt junge Menschen, insbesondere im Alter von 16 bis 20, in die Partei eingetreten.

„Es scheint ein Bedürfnis zu geben, sich zu positionieren und Stellung gegen rassistische Hetze zu beziehen“, sagte Mayer. „Hier kann die Wahl von Trump eine Ursache sein, die Hauptursache scheint uns aber eher der Kampf gegen Rechts und für Geflüchtete zu sein.“ Vor der Bundestagswahl rechne die Linke wie die anderen Parteien mit mehr Eintritten, der Umfang sei aber unklar.

Bei der mit Abstand mitgliederstärksten Oppositionspartei CDU blieb die Zahl der Mitglieder mit knapp 6000 im Vorjahr stabil. Weder nach Trumps Wahl noch durch die Flüchtlingspolitik habe es einen Effekt gegeben, sagte CDU-Generalsekretär Steeven Bretz. Stattdessen berichtete Bretz von einem „Merkel-Effekt“ – nach der Ankündigung der CDU-Bundesvorsitzenden einer erneuten Kanzler-Kandidatur sei es zu zusätzlichen Eintritte gekommen – allein zehn im Kreisverband Potsdam.

Einen deutlichen Zuwachs um rund 50 Prozent verzeichnete die AfD im Vorjahr. So sei die Zahl ihrer Mitglieder von 711 auf 1050 geklettert, berichtete Sprecher Daniel Friese. „Einen Zusammenhang zwischen der Präsidentenwahl in den USA sowie größeren Mitgliederzuwächsen sehen wir nicht.“ Bis zur Bundestagswahl erwarten die Rechtspopulisten, etwa 300 neue Mitglieder gewinnen zu können. Inzwischen haben sie eine Mitgliederzahl erreicht, die in etwa die Größenordnung von Grünen oder auch FDP erreicht.

Die Bündnisgrünen zählten Ende vergangenen Jahres 1041 Mitglieder – gut fünf Prozent mehr als Ende 2015. „Unsere positive Mitgliederentwicklung sehen wir vor allem in einem sehr politisierten Jahr begründet“, erläuterte Sprecherin Annette Weiß. Dazu zählten etwa der Brexit, die AfD-Wahlerfolge oder auch die Wahl von Donald Trump.

Die nicht mehr im Landtag vertretene FDP zählte zuletzt 1148 Mitglieder, 28 mehr als ein Jahr zuvor. „Neumitglieder geben immer wieder an, dass sie nun Mitglied werden wollen, weil Sie glauben, dass die FDP im Bundestag und im Landtag fehlt“, sagte Generalsekretär Christian Erhardt.

 

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