Spielzeugmesse : Brandenburger auf der Spur des Spielzeugtrends

Klassiker wie Lego gehen immer: Derzeit sind die Star-Wars-Figuren der Renner.
Klassiker wie Lego gehen immer: Derzeit sind die Star-Wars-Figuren der Renner.

Märkische Händler informieren sich auf der weltgrößten Messe in Nürnberg

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06. Januar 2016, 00:32 Uhr

Nach dem Weihnachtsgeschäft ist vor dem Weihnachtsgeschäft – bereits in wenigen Tagen kann man auf der weltgrößten Spielwarenmesse in Nürnberg sehen, was zum Ende des Jahres bunt verpackt unter dem Baum liegen wird. Auch Brandenburger Händler wollen dort den Trends nachspüren.

„Wir wollen anders als andere sein, witzig und trendy, außergewöhnliche Artikel und hohe Qualität bieten. Auf der Messe in Nürnberg kann man auf internationale Neuheiten stoßen, die noch nicht in den Fachmedien standen und zu uns passen.“ Für Annetta Domrös, Inhaberin des Spielzeugladens „Kinderparadies“ in Eberswalde (Barnim), ist die 67. Internationale Spielwarenmesse in der fränkischen Metropole deshalb ein Muss. Hier bestehe die Möglichkeit, neue Anbieter kennenzulernen – und gute Konditionen auszuhandeln. Um für das Weihnachtsgeschäft 2016 gerüstet zu sein.

Das Festgeschäft 2015 ist für Annetta Domrös „sehr, sehr gut und eindeutig besser als 2014“ gelaufen. Das verdankt sie nach eigenem Bekunden auch dem nagelneuen Star-Wars-Film. Der kam zwar erst unmittelbar vor Weihnachten in die Kinos, sei aber trotzdem wesentlich für das Geschäft gewesen. Denn auch wenn die Spielwarenhändlerin ihren Kunden gern Alternativen zu dem Sortiment bietet, das die großen Ketten offerieren – an den Trends, die bestimmte Kinofilme setzen, kommt auch sie nicht vorbei. Wobei Annetta Domrös hier Unterschiede zwischen Brandenburgern und Berlin feststellen kann: Denn mittlerweile hat die Eberswalderin auch zwei Berliner Filialen – und die liegen in Einkaufszentren, in denen es Kinos gibt. „Und da werden gleich am Tag nach einem Filmstart die entsprechenden Artikel nachgefragt. In Eberswalde dauert es etwas länger, bis sich das bemerkbar macht.“

Wirklich zufrieden mit dem jüngsten Weihnachtsgeschäft zeigt sich auch Maren Blank, Filialleiterin von „Zwerg Nase“ in Bernau (Barnim). „Das Internet hat uns unsere Kunden nicht weggenommen – die erwarten Information und Beratung.“ Und genau deshalb findet sie die Spielwarenmesse wichtig, auch wenn sie sich nur alle zwei Jahre einen Besuch leistet. „Da kann man ganz genau erfahren, wie was funktioniert, etwa auch bei Gesellschaftsspielen. Mit dem Text auf der Verpackung können viele Kunden ja eher wenig anfangen.“

Einige neue Produkte möchte sie zudem in natura sehen. Außerdem sei die Messe eine gute Chance, sagt Maren Blank, „Firmen wiederzuentdecken, die man einige Jahre aus dem Auge verloren hatte, oder ganz neue Anbieter kennenzulernen“.

Auch insgesamt macht die Branche gute Geschäfte. Ein Plus von vier Prozent auf fast drei Milliarden Euro Umsatz haben der Bundesverband des Spielwaren-Einzelhandels (BVS) und der Deutsche Verband der Spielwaren-Industrie (DVSI) für 2015 errechnet. Wobei von dieser Summe stolze 40 Prozent auf das Weihnachtsgeschäft entfallen. Vom 27. Januar bis 1. Februar zeigen laut der Veranstalter nun 2800 Aussteller aus gut 60 Ländern – darunter 29 aus Berlin-Brandenburg – insgesamt eine Million Produkte, davon sind 75 000 Neuheiten. Was aber wird davon zum diesjährigen Fest auf dem Gabentisch liegen? „Klassiker wie Lego und Playmobil gehen immer“, ist sich Maren Blank sicher.  

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