Brandenburg setzt Unterricht und Betreuung in Kitas aus

An der Universitätsmedizin Rostock hat ein Corona-Testzentrum seine Arbeit aufgenommen.
An der Universitätsmedizin Rostock hat ein Corona-Testzentrum seine Arbeit aufgenommen.

Mit dem vorläufigen Ende von regulärem Unterricht oder Betreuung soll das Ausbreitungsrisiko des Coronavirus gesenkt werden

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13. März 2020, 17:53 Uhr

Der reguläre Schulunterricht in Brandenburg soll angesichts der Gefahr durch die Ausbreitung des Coronavirus ab Mittwoch bis zum Ende der Osterferien vorerst ausgesetzt werden. Das teilte Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) am Freitag nach einer Sondersitzung des Kabinetts in Potsdam mit. Der Schulbesuch sei weiter möglich, aber nicht mehr verpflichtend. „Wir wollen die Schule als sozialen Ort einschränken, als Ort, an dem sich auch mehrere Generationen treffen, um die Ausbreitung des Virus möglichst zu verlangsamen“, sagte Woidke. „Das ist eine schwierige Entscheidung.“ Auch an Kitas soll es keine reguläre Betreuung mehr geben. Kinder von Ärzten, Schwestern oder Pflegern, von Eltern in Behörden, bei Polizei und Feuerwehr, sollten weiter zur Schule und zur Kita gehen können. Notfallpläne dafür sollen bis Dienstag mit den Kommunen erarbeitet werden.

Die Zeit am Montag und Dienstag können die Lehrkräfte nutzen, um Tages- und Wochenpläne für die Schüler zu erstellen. Lehrstoffe könnten so durchgearbeitet werden. Die Lehrkräfte werden nach Angaben von Bildungsministerin Britta Ernst (SPD) weiter vor Ort sein, soweit es nötig sei. Auch das Abitur sei nicht gefährdet.

Beschlossen wurde auch, in Brandenburg wegen des Coronavirus den Beginn des Sommersemesters an staatlichen Universitäten und Fachhochschulen auf den 20. April zu verschieben.

„Wir stehen vor der größten Herausforderung unseres Bundeslandes. Wir stehen vor der größten Herausforderung, die die Bundesrepublik Deutschland seit ihrer Gründung zu bewältigen hat“, schätzte der amtierende Bundesratspräsident und Ministerpräsident, Dietmar Woidke, am Freitag die Gefahrensituation durch das Coronavirus ein. Die Funktionsfähigkeit vor allem des Gesundheitswesens dürfe nicht infrage stehen. „Ich weiß, dass wir damit auch in den Alltag vieler Menschen eingreifen, aber ich glaube, wenn wir mit dieser Entscheidung dazu beitragen können, dass sich das Virus langsamer verbreitet (...), dann ist es genau die richtige Entscheidung“, so Woidke. Er riet, soziale Kontakte einzuschränken.

Auch die Theaterfans in Brandenburg müssen sich einschränken: Viele Spielstätten stellen ihren Spielbetrieb wegen der Ausbreitung des Coronavirus vorerst ein. Im Hans Otto Theater in Potsdam wird es bis mindestens zum 19. April keine Vorführungen geben, wie das Theater am Freitag mitteilte.

Ebenso lange bleibt das Kinder- und Jugendtheater Piccolo in Cottbus geschlossen. Das Hans Otto Theater erstattet die Ticketpreise als Gutscheine, wenn die Karten innerhalb von vier Wochen per Post an das Theater geschickt werden. Am Piccolo Theater werden zu einem späteren Zeitpunkt Ersatzveranstaltungen angeboten, für die die Tickets ihre Gültigkeit behalten.

Auch das Staatstheater Cottbus streicht bis auf Weiteres alle Vorführungen aus dem Programm. Im Theater Senftenberg (Oberspreewald-Lausitz) sind zunächst nur alle Vorstellungen bis Ende März abgesagt. In den Uckermärkischen Bühnen Schwedt (Uckermark) läuft der Spielbetrieb hingegen vorerst normal weiter.

Die Landesregierung berät an diesem Sonnabend mit Vertretern der Kommunen und Landkreise über die Folgen der Ausbreitung des Coronavirus. Landräte, Oberbürgermeister und kommunale Spitzenverbände kommen zu einem Treffen in der Staatskanzlei zusammen.

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