Feiertage : Brandenburg bleibt Ostern daheim

Jürgen Harzdorf aus Schmogrow hat mit den Enkeln Osterhasen und Dekorationen aus Sperrholz gebaut.
Jürgen Harzdorf aus Schmogrow hat mit den Enkeln Osterhasen und Dekorationen aus Sperrholz gebaut.

Manche Feiertagsfrage ist in vielen Familien relativ einfach zu klären. Aber wie wird das Fest in Zeiten des Coronavirus sonst laufen?

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09. April 2020, 05:00 Uhr

Fällt Ostern dieses Jahr als Fest mit Familie, Kindern und Freunden wegen der Corona-Krise ganz aus? Nein, es findet statt, aber ganz anders als gewohnt. Es gibt Einschränkungen für Besuche und den Aufenthalt im Freien. Kompromisse müssen gemacht werden. Und Phantasie ist gefragt, um Alternativen zu finden, wie das Familienfest nun begangen werden kann.

Der Osterspaziergang ist möglich, wenn ein Mindestabstand von 1,5 Metern eingehalten wird und nicht mehr als drei Personen dabei sind.

Eine Begegnung mit einem Feldhasen in der freien Natur in Brandenburg ist sehr selten geworden - zumal das Land nach Angaben des Naturschutzbund nur einen geringen Bestand hat. Es droht Gefahr durch den Autoverkehr und die Landwirtschaft: Intensiv bearbeitete Flächen schränken Lebensraum der Hasen ein, beklagt Landeschefin Christiane Schröder. Jetzt bekommen die Feldhasen Nachwuchs. Sollte es doch zu einer Begegnung von Mensch und Tier kommen: Keinesfalls die Jungen anfassen, appelliert Schröder.

Osterlämmer heißen nur so, weil sie um diese Zeit gern auf den Festtagstisch kommen. Geboren wurden sie bereits zu Weihnachten, erklärt Schäfermeister Knut Kucznik, Vorsitzender des Schafzuchtverbandes Berlin-Brandenburg. Die etwa 40 Kilogramm schweren Tiere werden jetzt geschlachtet und verkauft. Rücken und Schulter seien als Braten besondere Delikatessen. „Leider verzehrt jeder Deutsche nur etwa ein halbes Kilogramm Lamm im Jahr“, sagt er.

Oster-Schoko-Hasen gibt es nach wie vor für's Osterversteck zu kaufen. Die Confiserie Felicitas in Spremberg (Spree-Neiße) etwa beliefert 50 Fachgeschäfte mit den Köstlichkeiten. Süßwarengeschäfte gelten als Lebensmittelläden und haben auch in Corona-Zeiten geöffnet.

Osterfeiern im Freien sind im größeren Kreis durch die Verordnungen tabu. Die im Haushalt lebende Familie muss einen Plan finden, was an dem langen Wochenende gemacht werden kann. Für den persönlichen Kontakt mit Oma, Opa, Tanten oder Onkeln sollten Telefon oder Computer genutzt werden: Gespräche sind möglich, Videokonferenzen auch.

Der Brauch des Osterwassers wird auch in Brandenburg gepflegt. In der Nacht von Ostersonntag auf Ostermontag wird Wasser aus einem fließenden Gewässer geschöpft. Es soll dann Gesundheit bringen. In diesem Jahr darf man dafür höchstens zu zweit mit Sicherheitsabstand unterwegs sein.

Wildkräuter, die traditionell am Gründonnerstag gesammelt werden, um Salat oder Suppen daraus zu machen, können auch allein gesucht werden. Und auch die sorbisch/wendische Tradition, am Ostersonntag vor Sonnenaufgang aufzustehen und zu schauen, ob die Sonne dreimal hüpft, weil Jesus auferstanden ist, kann auch jeder für sich erleben.

Zudem ist das Eiertrudeln mit den Kindern auch zuhause durchführbar. Bei dem am Ostersonntag ausgeübten Brauch lassen Kinder Ostereier einen Hügel hinunterrollen. Vielleicht tut es in diesem Jahr auch eine selbstgebastelte Rutsche.

Wohin mit den mit niedlichen Schokohäschen und anderen Süßigkeiten gefüllten Osterkörbchen? Familien sollten auf Verstecke in den heimischen vier Wänden oder im eigenen Garten ausweichen. Pensionen, Hotels, Ferienwohnungen und -häuser bleiben in diesem Jahr um die Osterzeit leer. Brandenburgs Tourismuswirtschaft empfiehlt: Auf Internetseiten stöbern und den nächsten Urlaub planen. Unter www.brandenburghelfen.de könnten auch Gutscheine gekauft werden, die nach der Corona-Krise eingelöst werden können.

Gottesdienste sind bis auf weiteres verboten. Einige Gemeinden finden mit Kreativität eigene Lösungen. Moderne Medien können für die Übertragung der Worte des Pfarrers in die Wohnzimmer genutzt werden.

Darum geht's im MEDIENPROJEKT von SVZ und NNN

Etwa 65.000 Schüler und Lehrer allein in unserem Verbreitungsgebiet erhalten in einem gemeinsamen Projekt der Zeitungsverlage und des MV-Bildungsministeriums bis zum Jahresende kostenlosen Zugang zu den Newsportalen. Fragen Sie an den Einrichtungen ihrer Kinder nach den Bedingungen und Login-Daten, die Sie auch in der Familie nutzen können.
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