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Brandenburg

18. November 2017 | 18:54 Uhr

Brandanschlag auf Flüchtlingsheim

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Geplante Unterkunft in Zossen angegriffen / Verdächtige wieder auf freiem Fuß

von
erstellt am 17.Mai.2015 | 14:35 Uhr

Auf ein geplantes Flüchtlingsheim in Zossen (Teltow-Fläming) ist ein Brandanschlag verübt worden. Die Polizei nahm nach der Tat am Samstag zwei Verdächtige fest. Die 23 und 32 Jahre alten Männer stammen aus Zossen und gehören laut Polizei der rechtsextremen Szene an. Inzwischen sind sie wieder auf freiem Fuß, sagte ein Behördensprecher gestern. Es hätten keine ausreichenden Gründe für einen Haftantrag vorgelegen, teilte die Staatsanwaltschaft mit. Zossen ist in der Vergangenheit wiederholt durch rechtsextremistische Übergriffe in die Schlagzeilen gekommen.

In Zossen soll auf dem früheren Militärgelände Wünsdorf-Waldstadt eine weitere Außenstelle zur Erstaufnahme von Asylsuchenden entstehen. Die ersten 500 Menschen könnten nach bisherigen Plänen ab Anfang 2016 auf dem landeseigenen Grundstück untergebracht werden. Bis 2017 könnten bis zu 1200 Plätze entstehen.

Seit Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD) die Pläne vorgestellt hat, wird das Gelände besonders bewacht. Landesweit gebe es ein Sicherheitskonzept für bereits bestehende und geplante Flüchtlingsunterkünfte, sagte ein Ministeriumssprecher.

Der Brandanschlag wurde durch eine Polizeistreife bemerkt. Beamte beobachteten in der Nacht zum Samstag gegen 0.50 Uhr ein Auto auf dem Gelände. Als sie dieses kontrollieren wollten, flüchtete der Fahrer. Der Wagen fuhr sich jedoch in einem Sandhaufen fest. Während der Fahrer wegrannte, blieb der 23-jährige Beifahrer im Auto. Die Polizisten nahmen ihn fest.

In dem Auto fanden die Ermittler verbotene polnische Feuerwerkskörper, Streichhölzer und Brandbeschleuniger sowie Plakate mit fremdenfeindlichen Sprüchen. Am Samstagnachmittag konnten Beamte auch den Älteren in Zossen stellen.

Bei beiden seien weitere Durchsuchungen veranlasst worden, hieß es. Dabei seien Beweismittel sichergestellt worden. Insgesamt waren knapp 60 Beamte im Einsatz, unter anderem, um Spuren am Brandort zu sichern. Der Schaden an dem Gebäude selbst ist laut Polizei gering. Die Täter hätten drei Abfallcontainer angezündet. Dadurch sei der Giebel des Verwaltungsgebäudes beschädigt worden. Das Feuer konnte durch die Polizisten gelöscht werden.

Innenminister Schröter verurteilte die Tat. „Menschen in Not werden weiter eine sichere Zuflucht in unserem Land erhalten. Daran werden auch rechtsextremistische Brandstifter nichts ändern“, betonte er.

Brandenburg erwartet in diesem Jahr mehr als doppelt so viele Asylbewerber wie 2014. Nach einer neuen Prognose des Bundesamtes für Migration wird die Zahl der Antragsteller auf knapp 13 900 geschätzt. Bislang war das Innenministerium von 9200 Flüchtlingen ausgegangen. Im vergangenen Jahr waren es rund 6300 Antragsteller. Die Erstaufnahmestelle in Eisenhüttenstadt (Oder-Spree) ist überlastet.

 

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