Brand hat Narben hinterlassen

Verbrannte und abgestorbene Kiefern ragen in den Himmel. Ein Jahr nach dem Waldbrand geht auf das Aufforsten nur langsam voran.
Verbrannte und abgestorbene Kiefern ragen in den Himmel. Ein Jahr nach dem Waldbrand geht auf das Aufforsten nur langsam voran.

Ein Jahr nach der Katastrophe von Treuenbrietzen fällt die Bilanz durchwachsen aus / Waldgebiet erholt sich nur langsam

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26. August 2019, 16:41 Uhr

Rund ein Jahr nach dem verheerenden Waldbrand in Treuenbrietzen (Potsdam-Mittelmark) geht die Erholung des Waldgebiets nur langsam voran. Die Flammen, die im August 2018 durch die Kiefernwälder pflügten und die Evakuierung von drei Dörfern auslösten, vernichteten rund 400 Hektar Wald. Am Montag informierte sich Brandenburgs Umweltminister Jörg Vogelsänger (SPD) im Wald über den Stand der Wiederaufforstung.

Von den 100 Hektar Wald in Privatbesitz seien 30 Hektar neu bepflanzt worden, sagte der Referatsleiter Forst im Brandenburger Umweltministerium, Casten Leßner. Dabei wird der Wald auch umgebaut: Neben der Kiefer werden nun vor allem Laubbäume eingesetzt, da diese nicht so schnell brennen. Außerdem sei Mischwald weniger anfällig für Schädlinge und Sturmschäden, sagte Leßner.

Gemeinsam mit den Waldbesitzern habe man die Böden untersucht und ein Konzept entwickelt, welche Baumarten an welchem Standort gepflanzt werden können. Beispielsweise seien andere Laubbaumarten wie die Taubeneiche und heimische Straucharten wie das Pfaffenhütchen zur Neuanpflanzung ausgesucht worden. Auch zahlreiche Birken seien dabei.

Die Birkenblätter würden schnell zu Humus und machten den Boden dadurch besser, erklärte Leßner. Die Kiefer spiele aber weiterhin eine Rolle. 30 Prozent des Waldes bestünde aus dem Nadelgehölz.

140 Hektar der verbrannten Fläche sind Stadtwald. Hier schreitet der Umbau nur sehr langsam voran. Die Kommune wartet auf beantragte Fördermittel vom Land, die nach Angaben der Stadtförsterei erst im Jahr 2020 ausgezahlt werden sollen. Außerdem liegt auf der Fläche viel Munition, die geräumt werden muss. Gemeinsam mit der Hochschule für nachhaltige Entwicklung Eberswalde beobachtet der Forst, wie sich der Wald nach einem Brand selbst heilen kann. Dabei werde verbranntes Holz nicht entfernt. „Die Biomasse bietet Nährkraft und Feuchte für die junge Generation“, sagte Stadtförster Dietrich Henke.

Sukzessive wolle man den Wald durch Saat und Bepflanzung mit Jungpflanzen wieder aufbauen. Der Naturschutzbund Brandenburg fordert, Kahlschlag beim Wiederaufbau zu vermeiden. „Die Bäume müssen stehenbleiben. Sie sind wertvollste Biomasse“, sagte Nabu-Vorsitzender Friedhelm Schmitz-Jersch. Die verpflichtende Vorgabe, dass die Wiederaufforstung nur drei Jahre in Brandenburg betrage, sei zu kurz.„Naturverjüngung braucht länger.“

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