Tourismus : Boom-Hoffnung für Lutherjahr

MinisterpräsidentDietmar Woidke spricht mit Pfarrerin Anika Scheinemann-Kohler.
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MinisterpräsidentDietmar Woidke spricht mit Pfarrerin Anika Scheinemann-Kohler.

Vorfreude auf das Jubiläum – Brandenburgs Tourismuswirtschaft hofft auf einen Besucheransturm 2017

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18. August 2016, 05:00 Uhr

Wenn die protestantische Welt 2017 des 500. Jubiläums von Martin Luthers Thesenanschlag gedenkt, werden Hunderttausende ausländische Touristen zusätzlich in Deutschland erwartet. Viele von ihnen kommen auch nach Brandenburg: Das Land liegt zwischen Berlin und der Lutherstadt Wittenberg, wo mit dem Deutschen Evangelischen Kirchentags vom 24. bis 28. Mai die wichtigsten Feierlichkeiten stattfinden.

„Wir hoffen auf ähnliche Effekte wie bei der Bundesgartenschau“, sagte der Leiter des Brandenburger Tourismusmarketings, Dieter Hütte. Schon 2015 habe das Land 4,1 Prozent mehr Gästeübernachtungen als 2014 gezählt. Im nächsten Jahr hoffe man auf einen ähnlichen Schub – obwohl dem Reformator nur die Formulierung „Das Land taugt nichts“ für die Gegend um Mühlberg und Herzberg, heute der Elbe-Elster-Kreis, einfiel. Selbst war Luther nur in Herzberg – für 1522 ist belegt, dass ihn eine sechsspännige Kutsche aus Torgau nach Herzberg brachte.

„Die Reformation nahm ihren Anfang in Jüterbog“, sagte die Landrätin von Teltow-Fläming, Kornelia Wehlan (Linke), als sie gestern Journalisten auf den Spuren der Reformation in Jüterbog begrüßte. Dort soll einst der Mönch Johann Tetzel seine Ablässe verkauft haben, die dazu führten, dass der Wittenberger Theologieprofessor Luther 1517 seine 95 Thesen verfasste. Im Kulturquartier Mönchenkloster will daher die Ausstellung „Tetzel-Ablass-Fegefeuer“ der historischen Gestalt Tetzels widmen.

Einzelne Veranstaltungen des Kirchentags laufen in Potsdam. In Kerkwitz bei Cottbus macht der Europäische Stationenweg der Evangelischen Kirche in Deutschland Halt. In Mühlberg soll die Ausstellung „Zwischen Pfarrsaal und Rathaus“ an Auswirkungen der Reformation vor Ort erinnern.

Der Elbe-Elster-Kreis gibt einen Martin-Luther-Pass heraus, um Touristen zu bewegen, mit der Reformation verbundene Sehenswürdigkeiten zu besuchen. Wie die Kirche in Herzberg, wo bereits 1519 protestantisch gepredigt wurde, und sich laut Pfarrerin Anika Scheinemann die örtliche Kantorei bis auf das Reformationszeitalter zurückführen lässt.

Auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke freut sich auf das Reformationsjubiläum. „Die Begeisterung für das Reformationsjahr ist fast nicht zu toppen“, sagte der SPD-Politiker.  

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