Bombodrom: Natürlich wertvoll - aber stark belastet

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14. Juni 2010, 01:57 Uhr

Wittstock/Mirow | Der ehemalige Truppenübungsplatz in der Kyritz-Ruppiner Heide gilt etwa zur Hälfte als "mittelstark, stark und extrem munitionsbelastet". Das geht aus einer Antwort von Umweltministerin Anita Tack (Linke) auf eine parlamentarische Anfrage des Grünen-Abgeordneten Michael Jungclaus hervor. Demnach gelten etwa 2500 Hektar des im Volksmund als Bombodrom bezeichneten Geländes als "stark bis extrem belastet". Das 12 000 Hektar große Areal hatte die Rote Armee 1948 besetzt und Jahrzehnte lang für Übungen genutzt. Auch die Bundeswehr hatte Nutzungspläne, gab diese im April nach jahrelangem Widerstand aus Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern aber auf. Das gelände soll an die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BIMA) übertragen werden. Insgesamt lagern auf dem Bombodrom nach Angaben der Landesregierung schätzungsweise 56 000 Tonnen Munition. Laut Tack gelten 5900 Hektar als "leicht belastet". Wegen der Belastung sei eine Pflege der zum Teil wertvollen Biotope durch die Landesregierung derzeit nicht möglich. Aus naturschutzfachlicher Sicht werde der Wert der Flächen als "hoch" eingestuft. Ein Großteil sei als Gebiet von gemeinschaftlicher Bedeutung Bestandteil des europäischen Netzes Natura 2000. Mit der BIMA seien Abstimmungen über die künftige Pflege geplant, sagte Tack.

Seit Donnerstag beschäftigt sich auch der Bundestag wieder mit dem Gelände. Die Fraktionen von SPD und Grünen verlangen eine genaue Analyse der Munitionsbelastung.

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