zur Navigation springen
Brandenburg

13. Dezember 2017 | 19:45 Uhr

Bombardier sendet Hiobsbotschaft

vom
Aus der Redaktion des Prignitzers

Zughersteller streicht am größten Standort 270 Arbeitsplätze

Der Schienenfahrzeughersteller Bombardier streicht an seinem größten deutschen Standort in Hennigsdorf 270 Arbeitsplätze und damit fast jede zehnte Stelle. Die Stellen sollen bis Ende 2017 sozialverträglich wegfallen, wie ein Unternehmenssprecher gestern nach einer Betriebsversammlung sagte. Unter den Betroffenen seien 70 Leiharbeiter.

„Wir führen intensive Gespräche mit der Arbeitnehmervertretung. Wir denken dabei an Sozialpläne“, sagte der Unternehmenssprecher. Am Freitagmorgen hatte das Unternehmen die Beschäftigten in Hennigsdorf (Oberhavel) über seine Pläne informiert. Dort arbeiten mehr als 2800 Menschen. „Die Wettbewerbssituation ist härter geworden durch Konkurrenz aus Asien und Osteuropa.“ Es seien Anpassungen nötig.

Brandenburgs Wirtschaftsminister Albrecht Gerber (SPD) zeigte sich irritiert von den Plänen. Die Region zähle zu den international führenden Standorten der Schienenverkehrstechnik mit über 100 Unternehmen und mehr als 20 000 Beschäftigten. „Vor diesem Hintergrund ist es unverständlich, warum Bombardier in einem so attraktiven Umfeld Stellen in seinem Hennigsdorfer Werk abbauen will“, betonte der Minister.

Die Fachkräfte in Hennigsdorf leisteten hervorragende Arbeit. „Diesen Standortvorteil darf das Unternehmen nicht aufs Spiel setzen.“ Brandenburgs Regierung werde alle Möglichkeiten nutzen, damit dieser Standort auch als Produktionsstandort Zukunft habe, so Gerber. „Wenn Bombardier unsere Unterstützung braucht, stehen wir dafür bereit.“


Auch andere Werke betroffen


In der vergangenen Woche hatte Bombardier Transportation angekündigt, dass in den deutschen Werken 1430 der 10 500 Mitarbeiter gehen müssen. Insgesamt unterhält Bombardier sieben Produktions- und Konstruktionsstandorte deutschlandweit.

Bereits am Donnerstag waren Kürzungspläne für Sachsen konkret geworden. Dort sollen mehr als 900 Arbeitsplätze in den Werken in Bautzen und Görlitz wegfallen. Demnach sind in Görlitz 700 Arbeitsplätze betroffen, darunter 500 von Leiharbeitern. In Bautzen stehen 230 Jobs auf der Streichliste, darunter 190 von Leiharbeitern.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen