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Betriebsjubiläum : Blick hinter die Stalltüren

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Aus der Redaktion des Prignitzers

Familienbetrieb Cord-Kruse feierte 25-jähriges Betriebsjubiläum und die Einweihung des neuen Anlage in Hohenvier

svz.de von
erstellt am 24.Mai.2016 | 10:27 Uhr

Einen seltenen Einblick in einen brandneuen Schweinestall erhielten die 220 Besucher beim Tag der offenen Tür in Hohenvier. Landwirt Bernd Cord-Kruse hatte geladen, um den Neubau vorzustellen. „Seit 2009 bewirtschaften wir in Hohenvier Ackerflächen, und immer bin ich an dem leeren Stall hier vorbeigefahren und dachte: Schade eigentlich“, schilderte er in seiner Rede am Sonnabend.

Der Unternehmer ergriff die Initiative, 2012 gab es die ersten Gespräche mit der Agrargenossenschaft Baek, der die Anlage damals gehörte. Die LPG Baek hatte die Rinder- und Schweineanlage Ende der 80er Jahre fertig gestellt. Nach der Wende wurde sie jedoch nur wenige Jahre genutzt. „Die Idee war, einen Stall für Bioschweine zu bauen. Seit über zehn Jahren haben wir Bioschweine auf einem gepachteten Hof gehalten, und sahen auch eine Perspektive für den Bioschweinemarkt. Zudem haben wir mit der Familie Schobert-Winter auch einen versierten Bioackerbaubetrieb hier vor Ort“, erzählte Cord-Kruse. Im September 2013 hatte er die Baugenehmigung in der Tasche. „Aber wir haben uns nicht getraut zu bauen, weil der Bioschweinemarkt sehr labil ist und nur 0,8 Prozent des gesamten Schweinemarktes in Deutschland ausmacht.“ Nach einem Jahr Unentschlossenheit stellte der Familienbetrieb im September 2014 einen Bauantrag für den nun entstandenen konventionellen Tierwohlstall mit 1482 Plätzen. Dieser muss strenge Kriterien erfüllen, um vom Land Brandenburg gefördert zu werden und diesen Status führen zu können. So hat jedes Tier 20 Prozent mehr Fläche zur Verfügung als gesetzlich gefordert. „Zum Teil ist der Platz als sogenannte Komfortliegefläche ausgestaltet“, so Cord-Kruse. Außerdem müssen mindestens drei Prozent der Stallfläche aus Fenstern bestehen und die Tiere müssen mindestens drei verschiedene Spielzeuge zur Verfügung haben, z. B. Holzmaterialien, Stroh oder anderes verformbares Material. „Die Tiere werden an Automaten gefüttert, die durch den Spieltrieb der Schweine bedingt, Futter herunterrieseln lassen“, so Cord-Kruse, der die Baukosten auf „Prignitzer“-Anfrage nicht beziffern wollte. Die alte Stallanlage wurde entkernt. Die Asbest-Decke und das Dach wurden entfernt, so dass letztlich nur die Außenwand und die Holzbinder blieben. Im Juli sollen die ersten Tiere in der Anlage eingestallt werden.

Bernd Cord-Kruse sprach auch über die Probleme, die beim Thema Schweinezucht auftauchen. „In Brandenburg gab es ein Volksbegehren gegen Massentierhaltung, in Lübzow haben sich einzelne zu einer Bürgerinitiative gegen Stallneubauten organisiert. Wir sind gut zu unseren Tieren und haben Spezialisten in unseren Reihen. In Deutschland gelten die höchsten Standards, was Lebensmittelsicherheit, Tier- und Umweltschutz angeht“, betonte Cord-Kruse.

Reik Anton/ Manfred Drössler





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